Unternehmen

Debeka-Chef gegen Sippenhaft

KOBLENZ (dpa). Stark steigende Beiträge bei einzelnen privaten Krankenversicherungen sind nach Ansicht des Branchenführers Debeka kein Problem der ganzen Branche.

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"Es ist Unsinn, dass das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung nicht mehr funktioniert", sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue der Nachrichtenagentur dpa in Koblenz.

Seiner Meinung nach funktioniert die PKV sogar besser als die gesetzliche Krankenversicherung. Das Unternehmen ist mit rund 2,2 Millionen Versicherten nach eigenen Angaben Deutschlands größte private Krankenversicherung.

Bei der Debeka habe die Steigerung der Beiträge zwischen 2000 und 2012 pro Jahr im Durchschnitt 3,2 Prozent betragen. Einige Konkurrenten hätten indes mit Billigtarifen gearbeitet. "Da war der Wunsch nach Wachstum einfach zu groß", meinte Laue.

Wenn Beiträge jedoch sehr niedrig seien, komme es auch zu hohen prozentualen Steigerungen. "Dafür dürfen aber nicht alle privaten Krankenversicherungen in Sippenhaft genommen werden. Der Großteil der Anbieter arbeitet sehr seriös und vor allem nachhaltig."

Versicherte schulden eine halbe Milliarde

Im Gegensatz zur Debeka hätten einige Anbieter privater Krankenversicherungen mit einer großen Zahl von Kunden zu kämpfen, die ihre Beiträge nicht zahlen.

Die Verträge mit solchen säumigen Zahlern dürfen nach Angaben des Managers seit dem Jahr 2009 aber nicht mehr gekündigt werden. Bundesweit gebe es bei den privaten Krankenversicherungen daher rund 150.000 Menschen, die ihre Beiträge nicht zahlten.

"Die Beitragsschuld liegt mittlerweile bei 550 Millionen Euro", sagte Laue. Trotzdem müsse für diese Kunden bei Bedarf eine Notfallversorgung von der Versicherung bezahlt werden.

Kritisch sieht der Debeka-Chef die Haltung der Politik bei der Gesundheitsreform: "Die Bundesregierung ist sich nicht ganz einig, was sie will." Die schwarz-gelbe Koalition habe das Jahr 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen.

Doch dann sei - auch wegen der Finanzkrise - wenig geschehen. "Wir müssen aber wissen, wo der Staat hin will, und schauen, ob unsere Tarife weiter gelten können." Entscheidend sei etwa, wie der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff aussehe.

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