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Deutsche Biotech-Branche setzt auf Onkologie

Die deutsche Biotech-Branche wächst nach zwei Krisenjahren wieder. 151 Wirkstoffe sind in der Pipeline.

Von Antonia von Alten Veröffentlicht:

FRANKFURT. Die im internationalen Vergleich noch recht junge Biotechnologie-Branche ist nach zwei Krisenjahren im vergangenen Jahr wieder auf Wachstumskurs. Wie aus dem am Montag vorgestellten Deutschen Biotechnologie-Report 2011 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht, stieg der Gesamtumsatz der Branche um sieben Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Allerdings schreiben die meisten Firmen immer noch rote Zahlen. Die gute Nachricht: Immerhin konnten die börsennotierten deutschen Unternehmen der Studie zufolge ihre Verluste im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 117 Millionen Euro verringern. Die Verlustbilanz der privaten Unternehmen liegt dagegen unverändert bei 334 Millionen Euro.

Für die Studie wurden deutsche Biotech-Unternehmen befragt, die ausschließlich modere Methoden der Biotechnik entwickeln oder anwenden und ihren Sitz in Deutschland haben. Dadurch ist etwa die niederländische Qiagen, die 2010 rund eine Milliarde Dollar umsetzte, nicht erfasst.

Die Anzahl der Biotech-Unternehmen blieb laut Ernst & Young im vergangenen Jahr fast konstant: Sie stieg nur von 399 auf 400, Neugründungen und Abgänge hielten sich in etwa die Waage: 17 Neugründungen standen sechs Insolvenzen, acht Übernahmen und zwei Fusionen gegenüber. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im Jahr 2010 um zwei Prozent auf gut 10.000 Mitarbeiter.

Die Zahl der Wirkstoffe in den wichtigen klinischen Prüfungen - also den Phasen I bis III - liegt der Studie zufolge bei 151 (2009: 141). Allerdings ist die Zahl Produktneuzulassungen ernüchternd gering. Gerade mal acht Medikamente hat die deutsche Biotechnologiebranche seit ihrem Bestehen auf den Markt gebracht - 2010 kein einziges.

Deutsche Biotech-Unternehmen setzen im europäischen Vergleich stärker auf innovative biologische Wirkstoffe (Antikörper, zellbasierte Medikamente sowie RNA- und DNA-basierte Wirkstoffe. Die klinische Entwicklungspipeline ist fast zur Hälfte mit Wirkstoffen zur Bekämpfung von Krebserkrankungen gefüllt. Zum Vergleich: Im übrigen Europa sind es 29 Prozent.

Die Branche leidet nach wie vor unter erheblichen Finanzierungsproblemen. Die Zahl der klassischen Risikokapital-Fonds ist laut Ernst & Young rückläufig. Der größte Teil des investierten Kapitals ist 2010 in wenige große Finanzierungsrunden geflossen. Daran waren maßgeblich Biotech-Investoren wie die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann sowie der SAP-Gründer Dietmar Hopp beteiligt.

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