Medizintechnik

Deutsche Unternehmen mit Umsatzplus

Die deutsche MedTech-Branche glänzt 2015. Für Unsicherheit sorgt die Nutzenbewertung.

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BERLIN. Mit 28,4 Milliarden Euro Umsatz konnten die rund 1240 deutschen Medizintechnikunternehmen 2015 im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 11,6 Prozent realisieren.

Nach Angaben des Deutschen Industrieverbandes für optische, medizinische und mechatronische Technologien (Spectaris) lag das Inlandsgeschäft mit 9,2 Milliarden Euro um fast 13 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Das Auslandsgeschäft habe um elf Prozent zugelegt und einen Wert von knapp 19,2 Milliarden Euro erreicht. Die Zahl der Beschäftigten sei um vier Prozent auf rund 130.000 Mitarbeiter gestiegen.

Der schwache Eurokurs, niedrige Ölpreise und eine weiterhin eher expansive Geldpolitik hätten die weltweite Nachfrage nach deutscher Medizintechnik begünstigt.

Daneben profitiere die Branche von der demografischen Entwicklung sowie von der Etablierung und Modernisierung der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern. Im Inland hätten Nachholeffekte und eine allgemein positive Verbraucherstimmung zu Zuwächsen geführt.

Aufgrund hoher Entwicklungsaufwendungen und einer weiter zunehmenden Komplexität der regulatorischen Anforderungen auf der einen Seite und den Kostendämpfungsmaßnahmen der Ausgabenträger in Deutschland und anderen entwickelten Ländern auf der anderen Seite bleibe die Ertragslage vieler Unternehmen aber weiterhin angespannt.

Große Anspannung herrscht derweil in der Branche, da in der Nutzenbewertung von Hochrisiko-Medizinprodukten der Klassen IIb und III in Deutschland eine neue Ära angebrochen ist.

Zum Jahresstart ist die neue Medizinproduktemethoden-Bewertungsverordnung (MeM-BV) in Kraft getreten, die der Gemeinsame Bundesausschuss nun ausformulieren muss. Sie wurde am 23. Dezember im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Die Branche befürchtet kostenintensive Studien und Prüfverfahren, für die sich die Kassen als Kostenträger vehement eingesetzt hatten. (maw)

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