Digitalisierung

Deutschland entwickelt sich

Für Praxen ist es Zeit, in digitale Infrastruktur zu investieren. Nur über die Vernetzung sei der Weg zur personalisierten Medizin beschreitbar, so die Apotheker- und Ärztebank.

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BERLIN. Die zunehmende Digitalisierung bedeutet für das deutsche Gesundheitswesen eine Zeitenwende, sagt Michael Gabler, Leiter des Bereichs Firmenkunden der ApoBank.

Die Dynamik werde in Zukunft noch weiter zunehmen. Im Alltag der meisten Menschen sei die Digitalisierung längst schon angekommen. Über die sogenannten Wearables werden immer häufiger Daten gesammelt - "auch in der Erwartung, dass diese Daten nutzbar gemacht werden", so Gabler.

Die Patienten sähen sich in einer neuen Rolle. Auch das fördere den Schritt zu einer immer mehr im Vordergrund stehenden personalisierten Medizin, die ihren Nährboden durch das Sammeln von Gesundheitsdaten erhalte, welches für Patienten und Kostenträger immer einfacher werde. "Prävention, Diagnosen und Therapien - alles wird zukünftig maßgeschneidert", sagt Michael Gabler.

Um das Wissen nutzbar zu machen, sei eine Vernetzung vor allem auch zwischen ambulantem und stationärem Sektor nötig. Cloud-Computing werde wichtig.

So könnten in Zukunft beispielsweise Patientendaten zusammengeführt werden, um anhand von Modellen im Rahmen bildgebender Verfahren vorab sehen zu können, wie Patienten auf vorgeschlagene Therapien reagieren. Dank 3-D-Druck sei ein patientenindividuelles Arbeiten auch im Bereich Knochen und Herztransplantationen möglich.

Es sei gemeinsame Aufgabe aller "Player" im Gesundheitswesen sowie auch der Finanzdienstleister, die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine personalisierte Medizin nutzbar zu machen, sagte Gabler. Im internationalen Vergleich sitze Deutschland bei der Vernetzung zwar noch "im hinteren Waggon", der Zug nehme aber Fahrt auf. (juk)

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