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Digitalisierung

Die Zukunft der ePA hat längst begonnen

Ein Sonderpreisträger des MSD Gesundheitspreises macht es vor, wie ePA, Apps und Praxissysteme in Zukunft zusammenspielen könnten. Letztlich geht es um höhere Impfquoten.

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Neu-Isenburg. Die elektronische Patientenakte soll schnell aus dem Status einer Sammlung von PDF-Dokumenten herauswachsen. Aktuell arbeitet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) an den sogenannten Medizinischen Informationsobjekten (MIO), die eine strukturierte Dokumentation in der einrichtungsübergreifenden Akte ermöglichen sollen.

Eines der Dokumente in Arbeit ist der elektronische Impfpass, für den die KBV bereits die Standards veröffentlicht hat. Vorteil des E-Impfpasses ist vor allem, dass die Patienten ihren Impfpass nicht mehr verlieren können. Unnötige Wiederholungsimpfungen, weil die Dokumentation gerade nicht zugänglich ist, werden damit überflüssig.

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„Das Informationsobjekt der KBV ist allerdings nur die Dokumentation des gelben, papiergebundenen Impfpasses“, berichtet Dr. Hans-Jürgen Schrörs, Allgemeinarzt im Ruhestand und Mitentwickler der Impfmanagement-Software ImpfDocNE, die vor kurzem den Sonderpreis „Lösung von Versorgungsproblemen durch Digitalisierung“ beim MSD-Gesundheitspreis 2020 gewonnen hat. Das KBV-MIO habe beispielsweise keine elektronische Erinnerungsfunktion. Dies sollten nach den Vorstellungen der KBV externe Anbieter übernehmen.

Genau hier setzt die Software der GZIM – Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin mbH in Berlin an, die zusammen mit dem Telemedizin- und Praxis-EDV-Unternehmen Zollsoft die Software ImpfDocNE entwickelt hat. Ziel sei es letztlich, Elemente der ePA mit den Praxis-EDV-Systemen und mit einem elektronischen Impfpass als Digitale Gesundheitsanwendung („Apps auf Rezept“) zu verknüpfen, so dass

  • die Patienten über die App automatisch über anstehende Impfungen informiert werden,
  • die Praxen ihre Impfdokumentation sicher in der Krankenakte erledigen können und einen Überblick über den Impfstatus ihrer Patienten haben,
  • alle Anwender der ePA oder der Impfpass-App Zugriff auf die Daten zum Impfstatus haben und
  • Kassen von Kostensenkung und höheren Impfquoten profitieren.

Die Software sei 2017 fertiggestellt worden, berichtet Schrörs. Sie baut auf Erfahrungen mit dem Programm Impfdoc auf, das bereits mit Schnittstellen zu vielen Praxisprogrammen ausgestattet war. Die App ist bereits bei etlichen Personen im Einsatz und soll perspektivisch für Indikationspatienten auch als Digitale Gesundheitsanwendung gelistet werden. Die Standards für die Einbindung in die ePA seien mittlerweile umgesetzt und stünden damit Anbietern zur Verfügung, die demnächst eine ePA auf den Markt bringen, berichtet Schrörs. Dann wäre die Verbindung zwischen App-Welt, ePA und Praxis-EDV hergestellt. (ger)

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