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E-Arztbrief soll Teil der Praxis-EDV werden

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will den Ärzten sukzessive neue Dienste zur Verfügung stellen, die sie direkt aus der Praxis-EDV heraus nutzen können. Nach der Abrechnung soll jetzt zunächst der E-Arztbrief folgen. Doch das ist noch lange nicht alles.

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Brief vom Kollegen in der Praxissoftware.

Brief vom Kollegen in der Praxissoftware.

© dalaprod / fotolia.com

BERLIN. Der elektronische Arztbrief soll ab dem vierten Quartal 2014 über KV-CONNECT zur Verfügung stehen. PVS-Hersteller können den E-Arztbrief, der sich schon seit Jahren in der Entwicklung befindet, dann in ihren Systemen anbieten.

KV-CONNECT ist ein Kommunikationskanal, der es erlaubt, IT-Dienste der KVen direkt im Praxisverwaltungssystem (PVS oder Praxis-EDV) zu nutzen. Ärzte müssen dann nicht mehr, wie bisher noch häufig, über die KV-Portale gehen, was umständlicher ist, als den Brief direkt aus dem Programm zu verschicken.

Neugründung der KBV von 2013

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Ende 2013 die KV Telematik GmbH gegründet, um KV-CONNECT voranzubringen. Geschäftsführer Florian Fuhrmann gab bei der Gesundheits-IT-Messe conhIT 2014 in Berlin einen Überblick über die anstehenden Projekte.

Bisher ist lediglich die sogenannte 1-Click-Abrechnung als KV-CONNECT-Dienst verfügbar, die Ärzten eine bequeme Online-Abrechnung ermöglichen soll.

Sie soll jetzt durch den E-Arztbrief ergänzt werden, der von verschiedenen PVS-Herstellern bereits umgesetzt wurde und sich im Testbetrieb befindet. "Wir sind gerade dabei, das noch einmal zu konsolidieren und wollen spätestens im Juli die finale Spezifikation zur Verfügung stellen", so Fuhrmann.

Damit könnten PVS-Hersteller den E-Arztbrief bundesweit im vierten Quartal 2014 regulär anbieten, sofern sie ihn umsetzen.

KV-CONNECT will weitere Dienste entwickeln

Weitere KV-CONNECT-Dienste sollen danach sukzessive folgen. Anvisiert sind unter anderem eine Lösung für das sichere Mailing jenseits standardisierter Arztbriefe, eine KV-CONNECT-Funktion E-DMP, die elektronische Übertragung der Labordaten sowie eine Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung.

Durch die Ausweitung der Dienste erhofft sich die KBV wachsende Nutzerzahlen von KV-CONNECT. Bisher nutzen erst wenige Ärzte den Kanal.

"Die Strategie heißt horizontales Wachstum durch vertikales Wachstum", so Fuhrmann. Einen besonderen Multiplikatoreneffekt erhofft sich die KBV von Ärztenetzen, für die beispielsweise der E-Arztbrief besonders interessant sein könnte.

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