E-Card: Noch immer Probleme beim Datenschutz?

FRANKFURT AM MAIN (reh). Datenschutz und elektronische Gesundheitskarte (E-Card), das bleibt ein heißes Thema. Laut dem hessischen Datenschutzbeauftragten ist der Datenschutz noch längst nicht gegeben. Dass der USB-Stick für Patienten die sicherere Alternative wäre, hält er aber für fraglich.

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Eines steht für den hessischen Datenschutzbeauftragten Professor Michael Ronellenfitsch fest: Der gläserne Patient hat versicherungstechnisch keine Chance. Grundsätzlich dürften nur die Daten erhoben und verarbeitet werden, die für den gesetzlichen Auftrag erforderlich sind, sagte er auf einer Diskussionsveranstaltung des Vereins Bad Nauheimer Gespräche e.V. in Frankfurt am Main. Dabei sei das Recht auf Nichtwissen eine soziale Errungenschaft, die man nicht aufgeben sollte.

Aber auch der Zugriff auf die Daten bereite noch Probleme. Denn wer gelte als Leistungserbringer? "Der Arzt, das Krankenhaus oder etwa auch die Klinikkette?", fragte Ronellenfitsch. Gerade im Klinikbereich müsse darauf geachtet werden, dass nicht - nur um die interne Verwaltung zu vereinfachen - Angestellte zu umfangreichen Zugriff auf Patientendaten hätten. "Wer den Patienten nicht kennt, muss auch dessen Daten nicht kennen", so Ronellenfitsch.

USB-Sticks sind keine sichere Alternative zur E-Card.

Außerdem sei es wichtig, dass Regelungen geschaffen würden für die Patienten, die an der Technik nicht teilnehmen könnten. Etwa ältere Patienten, die sich die PIN für ihre E-Card nicht mehr merken könnten. Und zwar solche, die mit dem Datenschutz verträglich sind.

Aber auch die Variante USB-Stick statt E-Card, die viele E-Card-Gegner bevorzugen, sieht Ronellenfitsch eher kritisch. Dann hat zwar der Patient selbst per Speichermedium seine Daten in der Hand. Aber: "Wie viele USB-Sticks ich schon verloren habe", merkte Ronellenfitsch nur an. Genau aus diesem Grund prüfe man gerade, wie sicher die Daten auf dem USB-Stick sind und wie schnell sich die Daten knacken lassen.

Die vielen ungeklärten Datenschutzfragen sind laut Ronellenfitsch ein Zeichen dafür, dass alles noch mitten im Fluss ist. Daher sei eines besonders wichtig, dass alle gemeinsam an einer Lösung arbeiten und das lieber etwas langsamer. "Wir dürfen nicht Dinge übers Knie brechen, die nicht sicher sind."

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