TELnet@NRW

Expertise aus Unikliniken für Arztpraxen

Eine enge telemedizinische Vernetzung zwischen Uniklinik und Ärzten vorgelagerter Versorgungsebenen kann funktionieren. Und wirkt.

Veröffentlicht: 20.01.2020, 18:58 Uhr

Düsseldorf. Die sektorübergreifende telemedizinische Vernetzung kann einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität leisten. Das zeigen erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung des Projektes TELnet@NRW, in das mehr als 150.000 Patienten einbezogen waren.

Kern des Innovationsfonds-Projekts ist die Kooperation zwischen den Unikliniken Aachen und Münster mit 17 Krankenhäusern und zwei Arztnetzen im Bereich der Infektiologie und der Intensivmedizin. Über Schulungen, Telekonsile und eine Rund-um-die Uhr-Erreichbarkeit erhalten sie Zugriff auf die Expertise der Kollegen in den Uniklinken.

Das habe sich positiv auf die Versorgung ausgewirkt, berichtete der Gesundheitsökonom Professor Wolfgang Greiner, der die wissenschaftliche Evaluation geleitet hat, auf dem Telnet@NRW-Kongress zum Abschluss der dreijährigen Förderphase in Düsseldorf. Demnach stieg durch die Schulungen und die Konsile die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit infektiologischen Erkrankungen nach den Choosing-Wisely-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) versorgt wurden. „Die telemedizinische Bereitstellung fachärztlicher Expertise wirkt sich sektorübergreifend positiv auf die Behandlungsqualität gemäß der DGI-Empfehlungen aus“, sagte Greiner.

Beispiel Verzicht auf Antibiotika bei unkomplizierten Atemwegsinfektionen: Patienten in der Interventionsgruppe hatten eine um 30 Prozent höhere Chance, gemäß der Empfehlungen behandelt zu werden, sagte Greiner. „Je mehr Konsile der Arzt gemacht hat, desto stärker steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kriterien eingehalten werden.“

Deutliche Verbesserungen zeigten sich auch in den Kliniken bei der Versorgung von Patienten mit resistenten Keimen oder einer Sepsis. Sowohl die Patienten als auch die Ärzte bewerten die telemedizinische Ergänzung der Behandlung positiv. (iss)

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