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Forschende Industrie erwartet Umsatzrückgang

FRANKFURT/MAIN (cw). Die forschenden Pharmafirmen rechnen dieses Jahr mehrheitlich mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung im hiesigen Markt.

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Die gedämpfte Investitionsbereitschaft wertet der Branchenverband vfa als "Alarmsignal für den Pharmastandort Deutschland".

2010 und 2011 seien entscheidende Jahre für die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland gewesen, "weil der 16-prozentige Zwangsabschlag uns substanziell belastet hat".

Davon werde auch das aktuelle Geschäftsjahr geprägt, erklärte Dr. Hagen Pfundner, Vorstandsvorsitzender des vfa, zur Bekanntgabe der Jahresprognose seiner 43 Mitgliedsunternehmen. 2011 haben die vfa-Firmen nach einer ersten Schätzung im Inland zwei bis drei Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr.

2010 erlösten sie einschließlich Ausfuhren - die Exportquote beträgt rund 50 Prozent - 39 Milliarden Euro. Endgültige Zahlen zur Branchenentwicklung wird der vfa voraussichtlich im Mai präsentieren.

Laut der jüngsten Mitgliederumfrage des Verbandes rechnet gut ein Drittel der Firmen (33 Prozent) 2012 im Inland mit "bestenfalls stagnierenden Umsätzen".

Etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) erwarten einen Umsatzrückgang und 39 Prozent leichtes bis mittleres Wachstum. Die Beschäftigung dürfte insgesamt recht stabil bleiben.

Nur geringer Personalabbau

Knapp 40 Prozent der vfa-Mitglieder wollten dieses Jahr die Belegschaftsstärke halten, ebenso viele planten Personalabbau, "der jedoch meist gering ausfallen soll", heißt es.

Die "Sondersteuer" für Arzneimittel-Innovationen aber auch die aktuellen Unsicherheiten rund um die Frühe Nutzenbewertung zögen "das Image Deutschlands als Wissenschaftsstandort ohne Not in Mitleidenschaft", so Pfundner.

Es sei ein Alarmsignal, "dass unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung schon im zweiten Jahr rückläufig sind".

Im Standortwettbewerb hätte das Ausland derzeit bessere Karten; zumal solche Länder, die Forschung steuerlich fördern.

Darauf wartet die Industrie hierzulande bisher vergebens. Mehr als die Hälfte der vfa-Mitglieder (52 Prozent) will 2012 die F&E-Ausgaben in Deutschland senken.

22 Prozent beabsichtigen, das Ausgabenniveau konstant zu halten und immerhin ein Viertel plant, mehr für F&E auszugeben. Nur 18 Prozent haben vor, 2012 mehr in Sachanlagen zu investieren. 60 Prozent sagen, dass sie diesen Etatposten in gleicher Höhe wie 2011 ansetzen, 23 Prozent wollen reduzieren.

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