Arzt und Klinik

Für Einweiser zählt der persönliche Kontakt

Einweisende Ärzte legen ausgesprochen viel Wert auf die Kommunikation mit regional ansässigen Kliniken. Zugleich ließe sich aus Sicht der Niedergelassenen hier noch viel verbessern.

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HAMBURG. Die Empfehlung des einweisenden Arztes ist für die meisten Patienten der stärkste Grund, sich bei einer anstehenden stationären Behandlung für ein bestimmtes Haus zu entscheiden. Bei einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Bundesbürgern im August dieses Jahres – beauftragt vom privaten Klinikkonzern Asklepios – äußerten 38 Prozent der Befragten, die in den zurückliegenden fünf Jahren wenigstens einen stationären Aufenthalt vorzuweisen hatten, dass sie dabei der Klinik-Empfehlung ihres Arztes gefolgt waren. Die fachliche Kompetenz eines Hauses, den geforderten Eingriff auch durchführen zu können, nannten 32 Prozent der Befragten als Grund für ihre Klinikwahl. An dritter Stelle der Präferenzen rangiert mit 27 Prozent Zustimmung die Nähe zum eigenen Wohnort. Eher zweitrangig für die Patienten erscheinen dagegen der gute Ruf einer Klinik (23 Prozent Zustimmung) sowie der fachliche Ruf von Krankenhausärzten (20 Prozent).

Bemerkenswert: Für Einweiser zählen zwar Qualifikationen – des Klinikarztes und der Fachabteilung – mit jeweils über 50 Prozent Zustimmung zu den bei weitem wichtigsten Begründungsmustern für oder gegen eine Klinik-Empfehlung. Aus ihrer ganz persönlichen Sicht geben jedoch andere Motive den Ausschlag: 78 Prozent der insgesamt 100 befragten Ärzte legen demnach besonderen Wert auf die Vernetzung der Klinik mit den Praxisärzten. Hygiene oder apparative Ausstattung interessieren 76 Prozent. Auch die Nähe zum Wohnort der Patienten ist den Einweisern wichtig (73 Prozent) sowie der "zeitnahe Erhalt ausführlicher Arztbriefe" (63 Prozent). Harte Qualitätsindikatoren rangieren dagegen mit 55 Prozent Nennung nur im Mittelfeld der Empfehlungs-Kriterien.

Gefragt, wo sie Verbesserungspotenzial in der Zusammenarbeit mit den Kliniken ihrer Umgebung sehen, nannten 71 Prozent der Praxisärzte die Kommunikation, 54 Prozent die Wartezeiten für Patienten und 47 Prozent die Qualität der Arztbriefe zur Entlassung. (cw)

78%

von 100 aktuell befragten Praxisärzten achten bei einer Klinikempfehlung an ihre Patienten darauf, ob der reibungslose Austausch mit der Klinik klappt. Qualitätsindikatoren einer Fachabteilung sind den Einweisern mit 55 Prozent Nennung deutlich weniger wichtig.

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