Krankenversicherung

Generali will Fitnessdaten von Kunden sammeln

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KÖLN. Die Fitness-Welle kommt auch in der privaten Krankenversicherung an. Der Versicherer Generali will in der Lebens- und Krankenversicherung künftig Fitnessdaten seiner Kunden sammeln. Eine Sprecherin von Generali Deutschland bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Ziel sei es, die Kunden dabei zu unterstützen, sich selbst und aktiv um ihre Gesundheit zu kümmern, sagte die Sprecherin. Generali arbeitet bei dem Thema mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery zusammen, der das Gesundheitsprogramm "Vitality" entwickelt hat. Dabei würden Kunden, die gesundheitsbewusst leben, Gutscheine und Rabatte bei Prämien gewährt, so das Unternehmen.

Wer sich für eine Lebens- oder Krankenversicherung nach dem neuen Modell entscheide, solle Generali regelmäßig Daten zum Lebensstil übermitteln. Über eine App sollten Vorsorgetermine dokumentiert, Schritte gezählt oder sportliche Aktivitäten erfasst werden. Auch eine gesunde Ernährung gehöre zu dem Paket.

Noch keine konkrete ProduktgestaltungIn einem ersten Schritt bekämen Versicherte mit gesundheitsbewusstem Lebenswandel Gutscheine für Reisen und fürs Fitnessstudio, im nächsten Schritt seien dann Rabatte bei den Versicherungsprämien möglich. Die neuen Angebote sollten in den nächsten zwölf bis 18 Monaten auch in Deutschland erhältlich sein.

Nach Angaben der Sprecherin steht allerdings eine konkrete Produktausgestaltung derzeit noch nicht fest, "da bitten wir noch um etwas Geduld". Richtig sei aber, dass die Digitalisierung eine große Rolle spielen werde.

Wenn die Versicherten selbst nicht an dem neuen Modell teilnehmen wollten, sei das "nichts Schlimmes", sagte die Sprecherin und verwies auch auf das Vorgehen der Krankenkassen, die Bonusleistungen für die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder an Fitnesskursen bieten.

"Erhebliches Überwachungspotenzial"Verbraucherschützer sehen die Pläne derweil mit Sorge. Prinzipiell dürfe zwar jeder Verbraucher jede App auch zu Gesundheitszwecken nutzen und die Daten dorthin stellen, wo er möchte, sagte Gesundheitsexpertin Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Andererseits äußerte sie große Datenschutz-Bedenken. "Bei so detaillierten Apps, die genau Aufschluss geben über körperliche Aktivitäten, Ernährung oder Ähnliches sehen wir ein erhebliches Überwachungspotenzial." (dpa)

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