Antwort der Bundesregierung

Gesundheitsfachberufe: Neue Gesetze in der Warteschleife

Für die Reform der Gesundheitsfachberufe gibt es bisher lediglich ein Eckpunktepapier. Dabei könnte es bis zu den Wahlen bleiben, deutet das BMG an.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Berlin. Bei der Umsetzung des „Gesamtkonzepts Gesundheitsfachberufe“ kommt die Bundesregierung offenbar kaum voran. Bedingt durch die Corona-Pandemie haben sich die Schwerpunkte der Regierungsarbeit so stark verschoben, dass mit einer umfassenden Ausbildungsreform in dieser Legislatur nicht mehr zu rechnen ist.

Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink hervor. „Zunächst“ werde die Ausbildung der technischen Berufe in der Medizin neu gestaltet, heißt es unter Verweis auf den Referentenentwurf für das MTA-Reformgesetz von Ende Juli. Ein wichtiger Bestandteil darin sei die Abschaffung des Schulgelds.

Darüber bestand aber ohnehin Konsens zwischen Bund und Ländern. Das im März dieses Jahres von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgelegte Eckpunktepapier bleibt dagegen bei den strittigen Fragen vage – so etwa bei der Akademisierung der Ausbildungen oder der Möglichkeit des Direktzugangs für Patienten.

Therapeutenverbände streiten für Vollakademisierung

Ob eine akademische Ausbildung und wenn ja, in welcher Ausgestaltung in Betracht komme, sei „für jeden Beruf gesondert zu prüfen“, heißt es in dem Bund-Länder-Papier. Therapeutenverbände hatten mehrfach gefordert, noch in dieser Legislatur die Weichen für eine Vollakademisierung zu stellen.

Dagegen kann BMG-Staatssekretärin Sabine Weiss aktuell nur den Status quo referieren: Seit über einem Jahrzehnt existieren Modellstudiengänge in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Einschreibungen in diese Modellvorhaben sind noch bis Ende 2021 möglich.

Die Modellklausel war 2017 verlängert worden, weil damals keine konsentierten Entwürfe vorlagen, wie die Berufsgesetze reformiert werden können. Dies könnte sich nun wiederholen: Über eine erneute Verlängerung der Modellklausel werde „zu gegebener Zeit zu beraten sein“, erklärt Weiss.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

© Viacheslav Yakobchuk / AdobeStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Springer Pflege

Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

© Kzenon / stock.adobe.com

Springer Pflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

NHANES-Analyse

Bei Hörminderung: Hörgeräteträger leben länger

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen

Lesetipps
Neue Hoffnung für Patienten mit Glioblastom: In zwei Pilotstudien mit zwei unterschiedlichen CAR-T-Zelltherapien blieb die Erkrankung bei einigen Patienten über mehrere Monate hinweg stabil. (Symbolbild)

© Richman Photo / stock.adobe.com

Stabile Erkrankung über sechs Monate

Erste Erfolge mit CAR-T-Zelltherapien gegen Glioblastom

Die Empfehlungen zur Erstlinientherapie eines Pankreaskarzinoms wurden um den Wirkstoff NALIRIFOX erweitert.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert