COVID-Vakzinen

Großhandel fordert mehr Geld für Impfstoff-Logistik

Berlin will dem Pharmagroßhandel für seine Verteilleistung in Sachen COVID-Impfstoff weiterhin 7,45 Euro pro Durchstechflasche zahlen. Die seien inzwischen aber nicht mehr kostendeckend, heißt es.

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Berlin. Der Pharmagroßhandelsverband PHAGRO fordert eine Vergütungs-Anpassung für die Auslieferung von COVID-Impfstoffen. Wie es in einer Verbandsmitteilung zu Wochenbeginn heißt, wird der Bundestag in dieser Woche über die Gaspreisbremse entscheiden. Angehängt an den „Gesetzentwurf zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme und zur Änderung weiterer Vorschriften“ sei auch eine per Änderungsantrag kurzfristig eingebrachte, sozialrechtliche Fortschreibung des Großhandelshonorars für die Impfstoffverteilung, wie es derzeit noch in der Coronavirus-Impfverordnung kodifiziert ist (7,45 Euro netto pro Durchstechflasche).

Diese Vergütungshöhe basiere allerdings „auf einer Kostenanalyse aus dem Mai 2021, als vom pharmazeutischen Großhandel pro Woche knapp 360.000 Durchstechflaschen entgegengenommen und an Apotheken ausgeliefert wurden“, kritisiert der PHAGRO. Inzwischen habe sich die Kalkulationsgrundlage geändert. So sei die Nachfrage nach COVID-Impfstoff „stark rückläufig“. In der vergangenen Woche etwa seien nurmehr 62.000 Vials ausgeliefert worden. Und anders als im Mai vorigen Jahres gebe es inzwischen nicht mehr nur drei sondern zwölf verschiedene Impf-Produkte „mit jeweils unterschiedlich komplexen Prozessanforderungen“.

Schlussfolgerung des PHAGRO aus dieser Situationsbeschreibung: „Geringere Mengen, höhere Komplexität, gestiegener Aufwand heißt im Ergebnis: Die Stückkosten pro Vial steigen drastisch an.“ Kostendeckend wäre demnach erst eine Nettovergütung von 8,60 Euro. Sollte die Koalition dabei bleiben, die bisherige Vergütung fortzuschreiben, riskiere sie Lieferengpässe und -ausfälle. Verbandsvorsitzender André Blümel: „Der Bundestag entscheidet in dieser Woche nicht nur über die Höhe der Vergütung. Er entscheidet über die Zukunft der Impfstoffversorgung! Die Leidtragenden werden die Patientinnen und Patienten sein, wenn die COVID-19 Impfstoffe nicht mehr schnell, flächendeckend und verlässlich zur Verfügung stehen sollten.“ (cw)

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