Hausarztförderung

Hausärzteverband wirft KBV Versagen vor

Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert den jüngsten Honorarbeschluss des Bewertungsausschusses scharf. Um die zusätzlichen Mittel zu erhalten, müssten Hausärzte zu viele Hürden überwinden. Nun will der Verband dagegen rechtlich vorgehen.

Veröffentlicht: 17.11.2014, 19:03 Uhr
Hausärzteverband wirft KBV Versagen vor

Finanzspritze für Hausärzte - doch viele kommen an das Geld nur schwer dran, kritisiert der Deutsche Hausärzteverband.

© Tobias Kaltenbach / fotolia.com

BONN. Der Deutsche Hausärzteverband sieht die Hausärzte gegenüber den Fachärzten bei der Honorierung nach wie vor benachteiligt. Mit dem jüngsten Beschluss des Bewertungsausschusses hat die "KBV wieder in der Vertretung hausärztlicher Interessen total versagt", heißt es in einer am Samstag einstimmig verabschiedeten Resolution des Verbandes.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassen wollen insgesamt 132 Millionen Euro zusätzlich für die hausärztliche Versorgung bereitstellen. Davon fließen abzüglich des Anteils für die Pädiater rund 120 Millionen Euro an Hausärzte, die in unterversorgten Regionen tätig sind oder nicht-ärztliche Praxisassistentinnen beschäftigen.

Dies ist allerdings aus Sicht des Hausärzteverbandes an zu viele Hürden geknüpft, sodass nicht jeder Hausarzt davon profitieren kann.

Auch in die fachärztliche Versorgung sollen 132 Millionen Euro mehr fließen. Doch hier könne praktisch jeder durch einen pauschalen Zuschlag von den zusätzlichen Mitteln profitieren, merkt der Hausärzteverband weiter kritisch an.

Aus Sicht des Verbandes werden die Regelungen für Hausärzte dazu führen, dass viele Hausärzte keine Förderung erhalten und sich die Mittel auch regional nicht einheitlich verteilen. Insbesondere Hausärzte, die an Hausarztverträgen des Verbandes teilnehmen, wären ausgeschlossen.

Der Verband fordert daher, an die Förderung keine zusätzlichen Bedingungen zu knüpfen. Stattdessen solle der Zuschlag zur Chronikerpauschale erhöht werden, hatten die Delegierten des Verbandes bereits auf ihrer Versammlung im September beschlossen.

Er kündigt auch an, gegen den Beschluss des Bewertungsausschusses rechtlich vorzugehen. (jvb)

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