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Ärztemangel

Hausarzt-Nachwuchs noch früher ansprechen

Um Ärzte für eine Niederlassung zu gewinnen, sollten Kommunen sich aktiver einbringen, findet Mecklenburg-Vorpommerns Landeschef.

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SCHWERIN. Weite Wege, wenig Nachwuchs: Die Probleme in der Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern treiben auch die Landtagsparteien in Schwerin um. In einer aktuellen Stunde unter dem Thema "Medizinische Versorgung in ganz Mecklenburg-Vorpommern sichern" gab es zwar einen Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition – bei der Suche nach Auswegen aber kamen kaum neue Vorschläge.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) setzt auf Telemedizin, Arbeitsteilung und Intensivierung des Fachkräftenachwuchses, sein Parteikollege Sebastian Ehlers auf mehr Medizinstudienplätze. Es sind die üblichen Vorschläge, die auch der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, im Gepäck hat.

Daneben will Glawe erreichen, dass Kommunen künftig selbst stärker aktiv werden. Er warb dafür, dass Gemeinden ein Attraktivitätsprofil erstellen, um Ärzte für sich zu gewinnen. "Wichtig sind in diesem Zusammenhang Parameter wie Infrastrukturangebote, Verkehrsmöglichkeiten sowie die Unterstützung bei der Einrichtung einer Hausarztpraxis", sagte Glawe. Das Profil könne an das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin mit der Bitte übersandt werden, entsprechende Exposés an die angehenden Allgemeinmediziner zu verteilen.

Außerdem setzt Glawe auf ein langfristig angelegtes Konzept zur sektorenübergreifenden Versorgung, das mit dem Institut für Community Medicine an der Uni Greifswald entwickelt wird. Glawe verspricht sich von dem auf fünf Jahre angelegten Projekt Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme.

Koplin hält die Anstrengungen für nicht ausreichend – er warf der Landesregierung unter anderem Untätigkeit und Fehlentscheidungen vor. Neben weiteren Anstrengungen zur Gewinnung von medizinischen und pflegerischen Fachkräften forderte Koplin eine Analyse über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung, aus der der tatsächliche Bedarf der medizinischen Versorgung abgeleitet werden kann. Die Analyse sollte auch Handlungsempfehlungen für Politik und Akteure enthalten.

Nach Angaben der Landesregierung gibt es derzeit rund 2000 Fach- und rund 1100 Hausärzte in der ambulanten Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. 37 Krankenhäuser halten 10.000 Betten und 1283 tagesklinische Plätze vor. Glawe sprach den Kliniken "auch perspektiv eine zentrale Rolle" zu. (di)

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