Personalführung

Hessens Ärzte stellen mehr Azubis ein

Ob Praxen derzeit Ausbildungsplätze anbieten, scheint davon abzuhängen, in welchem Bundesland sie sich befinden. Hessen jedenfalls meldet ein Plus bei den Azubis.

Von Rebekka HöhlRebekka Höhl Veröffentlicht:

FRANKFURT AM MAIN. Die Ausbildungsbereitschaft hessischer Ärztinnen und Ärzte steigt. Diese frohe Botschaft verkündete jetzt die Landesärztekammer (LÄK) Hessen. Mit Stand Ende Oktober seien in den hessischen Praxen bereits 996 neue Ausbildungsverträge geschlossen worden. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 978. "Die Zahlen machen deutlich, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte trotz Wirtschaftskrise und schwierigen beruflichen Rahmenbedingungen vorausschauend weiter in die Zukunft ihrer Medizinischen Fachangestellten investieren", sagte der Präsident der LÄK Hessen, Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach.

In anderen Kammergebieten sieht die Zukunft für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz in einer Arztpraxis suchen, nicht so rosig aus. So meldete die LÄK Baden-Württemberg Anfang November einen Verlust von 17 Prozent der Ausbildungsplätze in den baden-württembergischen Arztpraxen (wir berichteten online). Waren es 2008 noch 2063 Ausbildungsverträge, die neu geschlossen wurden, seien es in diesem Jahr nur noch 1713. Und das scheint - so zumindest begründet es die LÄK Baden-Württemberg - unter anderem mit den rückläufigen Erträgen in den Arztpraxen zu tun zu haben.

Dabei zeigt der Berufsbildungsbericht 2009 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BiBB), dass gerade bei den freien Berufen die Bruttokosten, die für einen Azubi pro Jahr entstehen, durch die Erträge, die durch die Azubis erwirtschaftet werden, fast ausgeglichen werden.

Das BiBB hat als Durchschnittswert aller freien Berufe Bruttokosten von 12 958 Euro je Azubi und Jahr errechnet, als Erträge 12 691 Euro. Allerdings beruhen die Werte auf Datenmaterial aus dem Jahr 2007. Und sie beziehen alle freien Berufe mit ein. Ein Vergleich mit Industrie und Handel zeigt aber, dass in anderen Branchen die Lücke viel weiter auseinanderklafft. Denn hier stehen durchschnittlichen Bruttokosten von 16 739 Euro/Jahr Erträgen von 12 133 Euro/Jahr gegenüber.

Die Vergütung für Azubis zur Medizinischen Fachangestellten bewegt sich im Übrigen mit einem Tarifgehalt von 522 Euro pro Monat (in Ost und West) im Branchenvergleich 2008 eher im unteren Feld. So erhielten Azubis zum Verwaltungsfachangestellten 2008 ein Tarifgehalt von 720 Euro. Spitzenreiter waren laut BiBB die Binnenschiffer mit 925 Euro im Monat. Und Schlusslicht die Maler und Lackierer mit 409 Euro im Westen und 376 Euro/Monat im Osten.

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