PKV

Höhere Beiträge "sicher wie Amen in Kirche"

Die niedrigen Zinsen machen den Versicherern zu schaffen. Die Continentale fordert nun Klartext gegenüber Kunden.

Veröffentlicht:

KÖLN. Nicht zuletzt wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase sind höhere Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) unausweichlich.

Die Branche ist gefordert, den Kunden die Zusammenhänge zu erklären. "Es ist unsere Aufgabe darauf hinzuweisen, dass ein Thema so sicher kommt wie das Amen in der Kirche: Die Beiträge werden steigen", sagte Dr. Marcus Kremer, Vorstand des Versicherers Continentale, beim PKV-Forum des Unternehmens in Köln.

Der Kunde müsse schon im Verkaufsgespräch wissen, dass es bei der aktuellen Prämie für den Krankenversicherungsschutz in Zukunft nicht bleiben wird, betonte Kremer.

Durch die niedrigen Zinsen wird es für die Versicherer immer schwerer, mit den von den Kunden angesparten Alterungsrückstellungen den veranschlagten Rechnungszins von 3,5 Prozent zu erwirtschaften.

Muss der Zins gesenkt werden, erhöhen sich die Beiträge, um die Rückstellungen auffüllen zu können.

Die Versicherer dürfen die Prämien aber erst anpassen, wenn sogenannte auslösende Faktoren anspringen: Die tatsächlichen Leistungsausgaben weichen von den kalkulierten ab oder es gibt eine deutliche Veränderung in der Sterblichkeit.

Kommt dann auch noch der niedrigere Zins hinzu, drohen sogar drastische Steigerungen.

Die Rahmenbedingungen für die Absenkung des Rechnungszinses sind zu unflexibel, bestätigte der Gesundheitsökonom Professor Jürgen Wasem.

Seiner Einschätzung nach sind die kurzfristigen Effekte der Systematik für die Unternehmen aber gut beherrschbar. "Die langfristige Entwicklung macht mir mehr Sorgen."

Die Versicherer bräuchten den Überzins - die über den Rechnungszins hinaus erwirtschafteten Erträge -, um die medizinische Inflation zu finanzieren, also die Tatsache, dass die Leistungsausgaben der Krankenversicherer bei älteren Kunden höher sind, als sie in den Tarifen kalkuliert haben.

"Die Mittel werden langfristig fehlen, wenn wir lange niedrige Zinsen haben", erläuterte Wasem. Den Versicherten drohen also im Alter stark steigende Beiträge. (iss)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen

Hilfe für Patienten und Angehörige

Palliativmedizin: Vier Tipps aus dem Versorgungsalltag

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?