Direkt zum Inhaltsbereich

Charité

Initiator von "Dunkelfeld" hoch geehrt

Professor Klaus Michael Beier hat ein wegweisendes Projekt gegen Missbrauch initiiert. Jetzt wurde er dafür geehrt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Nicht erst dann helfen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, wollte Professor Klaus Michael Beier Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Therapeutische Angebote, das war seine feste Überzeugung, muss es auch schon geben, bevor es zu Übergriffen kommt. Vielen Kindern könnten traumatische Erfahrungen erspart bleiben.

2005 wurde deshalb auf Initiative von Beier, der Direktor des Instituts für Sexualwissenschaften und Sexualmedizin der Charité ist, an der Berliner Uniklinik das "Präventionsprojekt Dunkelfeld" ins Leben gerufen. Seit 2011 Teil des Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden", wird an mittlerweile elf Standorten therapeutische Hilfe für Menschen mit pädophilen Neigungen angeboten. Über 8500 Menschen haben bis Ende September 2017 die Hilfe in Anspruch genommen.

Nicht nur für dieses Engagement in der Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs wurde Professor Klaus Michael Beier jetzt in Berlin mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Mit der Ehrung, so machten die Laudatoren bei der Verleihung deutlich, werde gewürdigt, dass Beier sich für eine unabhängige sexualwissenschaftliche und sexualmedizinische Forschung, Klinik und Lehre sowie für den interkulturellen Dialog über geschlechtliche, sexuelle und partnerschaftliche Gesundheit und Selbstbestimmung einsetzt.

Die Auszeichnung werte er als starke Ermutigung dafür, sich weiterhin für die Prävention der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu engagieren, sagte Beier. Er hoffe, dass seine Auszeichnung dazu beitrage, die Aufmerksamkeit auf die Arbeit all jener Fachberatungsstellen, Institutionen und Organisationen zu lenken, die teilweise seit Jahrzehnten präventive Maßnahmen entwickelt haben und durchführen – meist ohne ausreichende strukturelle und finanzielle Absicherung.

Beier habe vielen Kindern ein Leben ohne Gewalt und ohne psychische Folgeschäden ermöglicht, sagte Brigitte Zypries, die das "Präventionsprojekt Dunkelfeld" bereits in ihrer Funktion als Bundesjustizministerin gefördert hatte und bei der Verleihung des Verdienstordens anwesend war. Das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Beier durch Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, überreicht.(juk)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt