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Kindesmissbrauch

Pädophilie-Prävention zeigt Wirkung

Seit 2005 läuft das Projekt "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld". Ergebnisse einer Studie zeigen, dass sich Risikofaktoren Pädo- und Hebephiler ändern lassen. Auf deren Verhalten wirkt sich das aber nur bedingt aus.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

BERLIN. Ziel des vor neun Jahren ins Leben gerufenen Präventionsprojektes Dunkelfeld ist es, die Möglichkeiten präventiver und therapeutischer Strategien für Pädophile und Hebephile zu untersuchen, um so sexuelle Übergriffe zu verhindern und den Schutz vor Sexualstraftaten in diesem Bereich zu verbessern.

"Einbezogen in das Therapieprogramm werden sowohl Männer, die bereits sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen haben, aber den Strafverfolgungsbehörden (noch) nicht bekannt sind (reale ‚Dunkelfeld-Täter‘), als auch Männer, die (noch) nicht übergriffig geworden sind, aber befürchten, sexuelle Übergriffe auf Kinder begehen zu können (potentielle ‚Dunkelfeld-Täter‘)", hieß es dazu seinerzeit in einer Mitteilung des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité.

Dynamische Risikofaktoren

Das Programm zielt auf dynamische Risikofaktoren: Einstellungen, die Übergriffe erleichtern (etwa die Überzeugung, dass Kinder vom Sex mit Erwachsenen profitieren); Defizite in Emotionalität und Intimität (Selbstwertgefühl, Einsamkeit, Feindseligkeit gegen Frauen); Probleme mit der allgemeinen und sexuellen Selbststeuerung und Problembewältigung.

Psychologische, sexologische und pharmakologische Interventionen bilden die Grundlage der Behandlung.

Ein Forscherteam des Charité-Instituts um Prof. Klaus Beier hat nun die Ergebnisse einer Studie zu den Effekte eines einjährigen Therapieprogramms veröffentlicht.

53 behandelte Männer wurden 22 nicht behandelten Kontrollprobanden, die während des gleichen Zeitraums auf einen Therapieplatz warteten, gegenübergestellt (J Sex Med 2014, online 4. Dezember).

Größter Nutzen bei größten Gefährdungsgrad

Wie sich zeigte, hatte die Therapie die Risikofaktoren positiv beeinflusst. Die emotionalen Defizite hatten ebenso abgenommen wie begünstigende Einstellungen, die Fähigkeit zur Selbstregulation war gewachsen.

Den größten Nutzen aus der Behandlung zogen jene Männer, die den höchsten Gefährdungsgrad aufwiesen.

Auf das Verhalten der Männer wirkte sich das nur teilweise aus. Fünf von 25 Missbrauchstätern berichteten von fortbestehendem Kindesmissbrauch während der Therapie, und 29 von 32 Männern, die kinderpornografisches Material verwendet hatten, taten dies auch weiterhin.

Ein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe war nicht festzustellen; allerdings zeigte der Trend in Richtung eines minder schweren Übergriffsverhaltens der therapierten Männer. Keiner der Betroffenen wurde den Strafverfolgungsbehörden bekannt.

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