Klinikum Oldenburg

Klinikchef tritt nach starker Kritik zurück

Dr. Dirk Tenzer zieht nach dem Urteil gegen Niels Högel die Konsequenz aus der Kritik um seine Person – und verlässt seinen Posten.

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OLDENBURG. Nachwirkung im Fall um den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel: Der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Oldenburg Dr. Dirk Tenzer tritt mit Wirkung zum 1. Juli zurück. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.

Tenzer war in der Vergangenheit starker Kritik ausgesetzt, dass er die Aufarbeitung der Morde durch Niels Högel nicht entschieden genug betrieben habe. Im Zuge der Urteilsverkündung hatte auch der zuständige Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann den Klinikchef kritisiert, Gesprächsprotokolle zurückgehalten zu haben. Zudem habe er versucht, Mitarbeiter des Klinikums bei ihren Aussagen vor Gericht zu beeinflussen, so Bührmann.

Tenzer hatte sich gegen die richterliche Kritik empört zur Wehr gesetzt. Er habe die Ermittlungen stets tatkräftig unterstützt, beteuerte er. Dem pflichtet Verwaltungsratsvorsitzende Margit Conty bei: „Der Verwaltungsrat sieht aus Sicht des Klinikums derzeit kein Fehlverhalten von Herrn Dr. Tenzer; deshalb sind die öffentlichen Vorwürfe um seine Person für den Verwaltungsrat nicht nachvollziehbar.“

Nun nimmt der Vorstandsvorsitzende seinen Hut. „Da die Kritik in den vergangenen Wochen jedoch das Klinikum und seine Mitarbeiter erreicht hat, habe ich mich entschieden, das Unternehmen zu verlassen.“ Tenzer und der Verwaltungsrat hätten „in gegenseitigem Einvernehmen entschieden, dass die Zusammenarbeit nicht weiter fortgesetzt wird“, hieß es in der Mitteilung.

„Dr. Tenzer hat in einer sehr schwierigen Zeit das Klinikum Oldenburg über sechs Jahre sehr intensiv geführt. Es sind viele entscheidende Strukturen geschaffen worden, auf die sich das Klinikum in Zukunft stützen kann“, bedankt sich Conty bei Tenzer, der sich künftig neuen Herausforderungen widmen will. (cben)

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