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Regierungskommission

Krankenhausreform: Modell zur künftigen Versorgungsdichte sieht Lücken und Überversorgung

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Berlin. Mit Blick auf die geplante Krankenhausreform in Deutschland versuchen Wissenschaftler, die künftige Versorgungsdichte zu berechnen. Dazu haben sie ein Simulationsmodell entwickelt, das die Erreichbarkeit von Klinikstandorten sowie deren Bedarfsnotwendigkeit ermittelt hat, wie das „Deutsche Ärzteblatt“ am Freitag berichtete. Grundlage dafür waren die Abrechnungsdaten der Gesetzlichen Kassen von 2021 sowie die bei der Krankenhausreform in NRW festgelegten 60 Leistungsgruppen.

Neben einer bekannten Überversorgung in einigen Bereichen gebe es auch Hinweise auf mögliche Problemfälle, sagte der Leiter der Regierungskommission Krankenhäuser, Tom Bschor, dem „Ärzteblatt“. So werde vor allem ein Mangel an Standorten von Kinder- und Jugendmedizin sowie -chirurgie ersichtlich. Auch bei der Schlaganfallversorgung gebe es Lücken in der Erreichbarkeit. Bei Eingriffen des Bewegungsapparates oder an der Wirbelsäule gebe es indessen eine Überversorgung; dort werde eine Konzentration benötigt.

Probleme in Grenzregionen absehbar

Bschor betonte, dass es sich um vorläufige Ergebnisse der Simulation handele. In den ostdeutschen Bundesländern seien nach dem bisherigen Stand deutlich weniger Umstrukturierungen nötig – und im Westen Baden-Württembergs sei für viele Leistungsgruppen die Versorgung bereits gut eingestellt.

Mögliche Probleme könnte es laut Regierungskommission in den Grenzregionen geben. „Vor allem in den Grenzregionen Deutschlands zu Nachbarländern wie Polen, Tschechien oder Österreich, aber auch an der Küste, gibt es zwar viele kleine Krankenhäuser. Diese haben aber eine hohe Bedarfsnotwendigkeit“, erklärte Bschor weiter. Diese Standorte dürften nicht wegfallen, sondern müssten eher zusätzlich unterstützt werden.

Das Simulationsmodell soll zu einer bedarfsgerechten und wohnortnahen stationären Versorgung beitragen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte es vergangene Woche angekündigt. Die Bundesländer sollen das Werkzeug ab Herbst für ihre Krankenhausplanung nutzen können. Mitglieder der Regierungskommission Krankenhäuser sowie Vertreter des GKV-Spitzenverbands haben das Instrument erarbeitet.

Transparenz statt „Blindflug“

Für die wohnortnahe Versorgung wird Deutschland in dem Modell in 84.000 Zellen zu 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gegliedert. In jeder dieser Zellen soll deutlich werden, welche Bedeutung die Krankenhausstandorte je nach Leistungsgruppe für die Patientenversorgung vor Ort haben. „Diese Transparenz hätten wir seit Jahren benötigt“, hatte Lauterbach vergangene Woche betont. Man sei bislang im stationären Bereich im „Blindflug“ gewesen.

Bislang gibt es in Deutschland rund 1.900 Krankenhäuser – nach internationalen Vergleichswerten viel zu viele. Die Krankenhausreform soll die Zahl der Standorte verringern und zugleich die Behandlungsqualität durch Konzentration verbessern. (KNA)

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