COVID-19-Diagnostik

Labore fordern Digitalisierung der Meldewege

Die Akkreditierten Labore in der Medizin drängen auf Umsetzung der digitalen Übermittlung der Testergebnisse. Das könnte die Abläufe beschleunigen.

Von Sybille Cornell Veröffentlicht: 03.06.2020, 20:29 Uhr
Labore fordern Digitalisierung der Meldewege

Labordiagnostik: In der Corona-Krise zeige sich die Bedeutung der Labormedizin und Mikrobiologie für das Gesundheitswesen besonders, sagen die Akkreditierten Labore in der Medizin.

© Franz Pfluegl / stock.adobe.com

Berlin. Die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der SARS-CoV-2-Tests sollte auf jeden Fall einhergehen mit einer digitalen Übermittlung der Testergebnisse. Darauf haben die Vorstände des Anbieterverbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM e.V.) Dr. Michael Müller und Evangelos Kotsopoulos bei ihrer turnusmäßigen Pressekonferenz zu den Zahlen, Daten und Fakten der SARS-CoV-2-Diagnostik hingewiesen.

Bislang laufe die Übermittlung vom Labor zum zuständigen Gesundheitsamt, dann an den Landesverband und zuletzt zum RKI. Dieser Ablauf sorge immer wieder für Verzögerungen. Es sei daher wesentlich, die anonymen Testergebnisse möglichst bald digital direkt an das Robert Koch-Institut zu übermitteln, so der ALM-Vorstandsvorsitzende Müller.

Die fachärztlichen Labore seien sehr gut auf die Ausweitung der Tests auch asymptomatischer Patienten sowie auf eine steigende Nachfrage nach Antikörpertests vorbereitet, betonte Evangelos Kotsopoulos. Es bestehe überhaupt keine Notwendigkeit, für die Testungen andere Leistungserbringer mit einzubeziehen oder gar separate Verträge mit Industrieunternehmen zu schließen.

Einzelproben die sicherste Methode

Pooling-Verfahren für eine effiziente Nutzung der Testkapazitäten sieht Müller weiterhin reserviert. „Unsere Zahlen belegen, dass die Testkapazitäten aktuell mehr als ausreichen“, so Müller. Die Akkreditierten Labore in der Medizin stellten sich nicht gegen Pooling, doch gebe es im Moment keine Notwendigkeit dafür.

Einzelproben seien die sicherste Methode, um eine Infektion nachzuweisen. Diese Einschätzung könne sich erst ändern, wenn die Pandemie erneut so stark Fahrt aufnehme, dass die Kapazitäten der Labore tatsächlich an ihre Grenzen kämen. Dies sehe er aktuell aber nicht.

Positivrate sinkt weiter

Die SARS-CoV-2-PCR-Tests sind in der vergangenen Woche (KW 22) im Vergleich zur vom Feiertag in der Woche davor gedämpften Entwicklung wieder angestiegen. So wurden nach Angaben des ALM e. V. in der KW 22 insgesamt 342.170 SARS-CoV-2-PCR-Tests angefordert. In der KW 21 hatte die Zahl bei 296.634 Tests gelegen. Die Testkapazitäten für die laufende Woche liegen laut ALM mit rund 867.000 SARS-CoV-2-PCR-Tests pro Woche etwas höher als in der vergangenen Woche. Die Rate positiver Tests ist nochmals gesunken, von 1,5 Prozent auf 1,1 Prozent aller vorgenommenen PCR-Tests.

Auch die Zahl der angeforderten Antikörpertests lag mit 73.617 wieder höher als in der Vorwoche (KW 21: 57.841).

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