Anfrage

Linke glaubt, dass Ärzte Basistarif-Patienten öfter ablehnen

Bei der Versorgung von Privatpatienten im Basistarif gibt es selten Defizite, so die Bundesregierung in ihrer Antwort an eine Anfrage der Linken. Diese glaubt, dass das Problem kleingeredet wird.

Veröffentlicht: 24.08.2020, 16:47 Uhr
Behandlung? Nicht bei mir! Das erfahren Privatpatienten im Basistarif offenbar öfter.

Behandlung? Nicht bei mir! Das erfahren Privatpatienten im Basistarif offenbar öfter.

© pix4U / stock.adobe.com

Berlin. Der Gesundheitspolitiker Achim Kessler (Die Linke) wirft der Bundesregierung vor, Missstände bei der ärztlichen Versorgung von Privatpatienten zu ignorieren, die im Basistarif versichert sind. „Die Bundesregierung vertraut lieber den gesetzlich legitimierten Mauscheleien der Arztverbände mit den Privatversicherten als den Berichten von Betroffenen, den Sozialverbänden und den Patientenvertretungen“, sagte Kessler zur Antwort der Regierung auf seine Anfrage zum Thema Leistungsverweigerung im Basistarif.

Sie schreibt darin, dass Betroffene lediglich in Ausnahmefällen die Hilfe der KVen suchen, um einen behandelnden Arzt zu finden.

Zu geringer finanzieller Anreiz für die Behandlung?

Die Regierung mache sich die Aussage der Ärzteverbände zu eigen, dass Probleme bei der Versorgung im Basistarif sich auf Einzelfälle beschränkten, kritisiert Kessler. Das sei ein „unglaubwürdiges Märchen“. Berlin sieht dagegen keinen Handlungsbedarf und begründet das mit einem geringen Beschwerdeaufkommen. Demnach registrierten die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen rund 40 Beschwerden im Jahr. Für die KVen gibt die Regierung keine Zahl an.

Der 2009 geschaffene Basistarif richtet sich an Privatpatienten, die den Beitrag für ihre Krankenversicherung nicht mehr stemmen können. Ende Juni 2020 waren im Basistarif 33.000 Menschen versichert, schreibt die Regierung. Der Beitrag ist in diesem Sozialtarif auf den Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt, wird bei Hilfsbedürftigkeit im Sinne des Sozialrechts aber auf die Hälfte reduziert.

Kessler macht die geringere Vergütung im Basistarif dafür verantwortlich, dass Versicherte Probleme haben können, einen Arzt zu finden. Der PKV-Verband rät Betroffenen, Unterstützung bei den KVen zu suchen. Deren Verpflichtung zur Veröffentlichung einer Liste behandlungsbereiter Ärzte ist nicht geplant, schreibt die Regierung. (tau)

Mehr zum Thema

Landkreis Deggendorf

Arzt soll mehrere Patienten mit Corona infiziert haben

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Abstrich auf SARS-CoV-2: Etwa 500 Infektzentren haben zu den Hochzeiten der Pandemie in Deutschland gearbeitet.

41. Hausärztetag

Hausärzte wollen mehr Qualität bei Infektbehandlung

Mammogramm: Trotz vollständiger operativer Entfernung eines DCIS ist das Risiko, langfristig an Brustkrebs zu sterben stark erhöht, - besonders hoch ist es bei jung erkrankten sowie dunkelhäutigen Frauen.

Therapiestrategie überdenken

Nach DCIS steigt brustkrebsbedingte Sterberate

Dr. Günther Jonitz

„ÄrzteTag“-Podcast

Warum wollen Sie zurücktreten, Günther Jonitz?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden