Anfrage

Linke glaubt, dass Ärzte Basistarif-Patienten öfter ablehnen

Bei der Versorgung von Privatpatienten im Basistarif gibt es selten Defizite, so die Bundesregierung in ihrer Antwort an eine Anfrage der Linken. Diese glaubt, dass das Problem kleingeredet wird.

Veröffentlicht:
Behandlung? Nicht bei mir! Das erfahren Privatpatienten im Basistarif offenbar öfter.

Behandlung? Nicht bei mir! Das erfahren Privatpatienten im Basistarif offenbar öfter.

© pix4U / stock.adobe.com

Berlin. Der Gesundheitspolitiker Achim Kessler (Die Linke) wirft der Bundesregierung vor, Missstände bei der ärztlichen Versorgung von Privatpatienten zu ignorieren, die im Basistarif versichert sind. „Die Bundesregierung vertraut lieber den gesetzlich legitimierten Mauscheleien der Arztverbände mit den Privatversicherten als den Berichten von Betroffenen, den Sozialverbänden und den Patientenvertretungen“, sagte Kessler zur Antwort der Regierung auf seine Anfrage zum Thema Leistungsverweigerung im Basistarif.

Sie schreibt darin, dass Betroffene lediglich in Ausnahmefällen die Hilfe der KVen suchen, um einen behandelnden Arzt zu finden.

Zu geringer finanzieller Anreiz für die Behandlung?

Die Regierung mache sich die Aussage der Ärzteverbände zu eigen, dass Probleme bei der Versorgung im Basistarif sich auf Einzelfälle beschränkten, kritisiert Kessler. Das sei ein „unglaubwürdiges Märchen“. Berlin sieht dagegen keinen Handlungsbedarf und begründet das mit einem geringen Beschwerdeaufkommen. Demnach registrierten die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen rund 40 Beschwerden im Jahr. Für die KVen gibt die Regierung keine Zahl an.

Der 2009 geschaffene Basistarif richtet sich an Privatpatienten, die den Beitrag für ihre Krankenversicherung nicht mehr stemmen können. Ende Juni 2020 waren im Basistarif 33 .000 Menschen versichert, schreibt die Regierung. Der Beitrag ist in diesem Sozialtarif auf den Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt, wird bei Hilfsbedürftigkeit im Sinne des Sozialrechts aber auf die Hälfte reduziert.

Kessler macht die geringere Vergütung im Basistarif dafür verantwortlich, dass Versicherte Probleme haben können, einen Arzt zu finden. Der PKV-Verband rät Betroffenen, Unterstützung bei den KVen zu suchen. Deren Verpflichtung zur Veröffentlichung einer Liste behandlungsbereiter Ärzte ist nicht geplant, schreibt die Regierung. (tau)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Übersicht

Eine Agenda für Seltene Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Shared Decision Making ist gerade bei der Diagnostik und Therapie seltener Erkrankungen ein wichtiges Versorgungsprinzip. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

Seltene Erkrankungen

Was auch Patienten tun können

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin