Patentanmeldungen

MedTech verliert Pole-Position

Die Medizintechnikbranche bleibt europäischer Innovationstreiber. Wermutstropfen: Nach einem Jahrzehnt an der Spitze ist die Branche nun auf den 2. Platz 2 bei Patentanmeldungen verwiesen worden.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
181.000 Patentanmeldungen verzeichnete das Europäische Patentamt in München 2019 – ein Allzeithoch.

181.000 Patentanmeldungen verzeichnete das Europäische Patentamt in München 2019 – ein Allzeithoch.

© Hans Lippert / imageBROKER / picture alliance

München. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren sind die meisten Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) in München im Bereich der Digitalen Technologien eingereicht worden. Dies zeigt der am Donnerstag vom EPA veröffentlichte „Patent Index 2019“.

Demnach wird das anhaltende Wachstum der Patentanmeldungen besonders vom starken Anstieg in den Technologiefeldern Digitale Kommunikation (+19,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und Computertechnik (+10,2 Prozent) getrieben.

Die Medizintechnologie legte mit 13.833 Patentanmeldungen hingegen nur um 0,9 Prozent zu – und gibt damit nach einem Jahrzehnt an der Spitze die Pole-Position an die Digitalen Technologien ab.

Insgesamt wurden 2019 im Vergleich zum Vorjahr beim EPA vier Prozent mehr Patentanmeldungen eingereicht, was einen neuen Höchststand von mehr als 181.000 bedeutet.

USA bleiben Platzhirsch

Bei der Betrachtung des medizintechnischen Patentanmeldegeschehens 2019 zeigt sich, dass die Innovationskraft dieser Branche weiterhin sehr stark von US-Unternehmen geprägt ist – 5470 Patentanmeldungen (+6,3 Prozent) stammten aus den Vereinigten Staaten, womit diese weiter Platz 1 belegen.

An zweiter Stelle folgt Deutschland mit 1278 Patentanmeldungen (-2,7 Prozent), gefolgt von Japan mit 1004 Anmeldungen (-14,3 Prozent). Einen ähnlich starken Rückgang verzeichneten die südkoreanischen Unternehmen mit -13,7 Prozent – sie kamen 2019 auf 295 Patentanmeldungen.

Johnson&Johnson innovativstes Medtechunternehmen

Nachdem Johnson&Johnson innerhalb der Medizintechnikbranche 2018 Philips des ersten Ranges verwiesen hatte, verteidigten die US-Amerikaner die Spitzenposition 2019 mit insgesamt 703 Anmeldungen.

Auf den weiteren Rängen folgen Philips (621 Anmeldungen), Medtronic (520), Bosten Scientific (305), Becton Dickinson (199), Sanofi (133), Fresenius (119), Procter & Gamble (116) und Intuitive Surgical Operations (107) sowie Samsung (106) auf Platz zehn.

Mehr zum Thema

Ionisierende Strahlung

Patienten wünschen mehr Aufklärung zu bildgebenden Verfahren

Weltleitmesse der Medizin gestartet

Medica: Innovationen im Hybridformat

Internet of Medical Things

E-Health und Cybersecurity: 5G erlaubt „private“ Clouds

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bei aggressiven Patienten hilft nur Deeskalation: Dabei sollten die MFA ruhig, aber bestimmt Grenzen setzen.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps

Die richtige Kommunikation mit schwierigen Patienten

Die Gesundheitsministerkonferenz will mehr Gelegenheiten für das Corona-Impfen schaffen – so auch in Apotheken.

© ABDA

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken

Trauer über den Verlust des Babys: 0,62 Prozent der Klinikgebärenden ohne COVID-19 hatten in den USA von März 2020 bis September 2021 eine Totgeburt. Bei Gebärenden mit COVID waren es 1,26 Prozent. (Symbolbild mit Fotomodell)

© thodonal / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Was CureVacs Corona-Impfstoff von BioNTechs unterscheidet