Branchenbilanz

Medtech schafft 2021 neuen Umsatzrekord

Binnen einer Dekade ist der Jahresumsatz der deutschen Medizinprodukte- und -technikhersteller um über 50 Prozent auf zuletzt etwas mehr als 36 Milliarden Euro gestiegen.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Der Fußabdruck, den die deutsche Medtech-Branche auf dem Weltmarkt hinterlässt, wird stetig größer.

Der Fußabdruck, den die deutsche Medtech-Branche auf dem Weltmarkt hinterlässt, wird stetig größer.

© SPECTARIS

Berlin. Die überwiegend mittelständisch geprägte bundesdeutsche Medizintechnikindustrie hatte 2021 erneut ein gutes Jahr – mit anhaltend starken Nachfrageimpulsen insbesondere im Außenhandel. Wie die Branchenverbände BVMed und SPECTARIS am Freitag, unabhängig voneinander aber unter Bezugnahme auf dieselbe Zahlenbasis des Statistischen Bundesamtes mitteilten, erlösten die Hersteller in Summe 36,4 Milliarden Euro. Damit verbesserten sich die Verkäufe gegenüber Vorjahr um 6,3 Prozent und erreichten in der langjährigen Statistik einen neuen Höchststand. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor (2011) betrug der Branchenumsatz ausweislich einer BVMed-Darstellung erst 23,2 Milliarden Euro.

Die Exporte legten den Angaben zufolge 2021 um 7,4 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro zu. Demnach sei die Exportquote mit rund 66 Prozent stabil geblieben. Ausfuhren in die europäischen Nachbarländer sowie nach Nordamerika zogen mit +12 Prozent „sprunghaft an“. Dagegen blieb das Asien-Geschäft mit +2,8 Prozent eher mau – bedingt durch Lockdowns und Reisebeschränkungen, wie es zur Begründung heißt.

Leichter Beschäftigungsaufbau

Im Inland erwirtschafteten die Medizintechnik- und Hilfsmittelanbieter 12,2 Milliarden Euro (+4,2 Prozent) Zum Ende der Berichtsperiode waren bei den Unternehmen rund 155 .000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, beschäftigt, was einen Belegschaftsaufbau gegenüber Ende 2020 um 1,7 Prozent bedeutet.

Zur Umsatzstruktur heißt es erwartungsgemäß, die weltweite Nachfrage nach Medizintechnik und Medizinprodukten zur Bewältigung der Coronapandemie habe Rückgänge in anderen Teilmärkten und Anwendungsbereichen „überkompensiert“.

Nach Lage der Dinge ausgebremst

Dass es so nicht weitergehen wird, liegt auf der Hand. Dr. Martin Leonhard, SPECTARIS-Fachvorsitzender für Medizintechnik: „Der Ukraine-Krieg, Lieferkettenstörungen, die Auswirkungen der europäischen Medizinprodukteverordnung und steigende Material-, Energie- und Logistikkosten belasten zunehmend das Geschäft und werden Spuren hinterlassen.“

Mit einer genaueren Prognose halten sich die Verbände derzeit zurück. Nur soviel ist klar: Die Wachstumsdynamik wird zumindest ausgebremst werden, das Plus dieses Jahr „deutlich niedriger“ ausfallen, so Leonhard. Im 1. Quartal habe die deutsche Medizintechnikindustrie immerhin moderat, nämlich um 3,4 Prozent zugelegt.

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