Gesundheitsinfos

Mehr Qualität bei der Internet-Suche

Experten wollen die Suche nach Gesundheitsinformationen im Sinne der Patienten deutlich verbessern.

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KÖLN. Um Patienten bei der Suche nach Informationen im Internet zielgerichtet auf qualitativ hochwertige Quellen zu lotsen, wäre ein Angebot sinnvoll, das dem Leitlinien-Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) vergleichbar ist.

"So ein Netzwerk brauchen wir auch für Gesundheitsinformationen", sagte Professor Günter Ollenschläger vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Uni Köln, bei der Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) in Köln.

AWMF-Portal als Vorbild

Wer bei Google nach Leitlinien sucht, findet das AWMF-Portal oben auf der Trefferliste. Es wäre wünschenswert, etwas Ähnliches durch die Bündelung der Kräfte auch im Bereich der qualitätsgesicherten und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen für Laien hinzubekommen, sagte Kongresspräsident Ollenschläger, der langjährige Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄzQ). Angesichts der großen Konkurrenz durch kommerzielle Anbieter sei das Unterfangen aber schwierig.

Das Internet werde als Infoquelle für Patienten vor oder nach einem Arztbesuch immer wichtiger, sagte Dr. Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Sprecher des Fachbereichs Patienteninformation und Patientenbeteiligung im DNEbM.

Neben guten Informationen gebe es im weltweiten Netz veraltete, unvollständige sowie bewusst oder unbewusst verfälschte Angaben, bis hin zu Scharlatanerie. "Es geht darum, die evidenzbasierten Angebote in diesem Dschungel besser sichtbar zu machen", betonte Koch.

Transparenz schaffen

Das im Oktober 2015 veröffentlichte Positionspapier "Gute Praxis Gesundheitsinformation" des DNEbM könnte nach seiner Einschätzung ein guter Anfang sein. Es formuliert Anforderungen an die Recherche für Gesundheitsinformationen, an die Formulierung und die Vermittlung der Inhalte.

Jeder, der sich an der Initiative beteiligen will, muss ein Methodenpapier veröffentlichen und seine Vorgehensweise erläutern, erläuterte Koch. "Wir müssen Transparenz schaffen."

Bislang haben sieben Organisationen und Institutionen das Positionspapier unterzeichnet, darunter das ÄZQ, das IQWiG, der IGeL-Monitor und der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Die Internetangebote der Unterzeichner sollen nach seinen Angaben in den kommenden Monaten mithilfe einer eigenen Suchmaschine erfasst werden und dann Patienten zur Verfügung stehen. "Das wäre ein erster Schritt, evidenzbasierte Informationen leichter erkennbar zu machen", so Koch.

Es gehe nicht darum, die Angebote zu vereinheitlichen. "Solange die Informationen gut gemacht sind, kann es unterschiedliche Formate von verschiedenen Anbietern geben", sagte er. Entscheidend sei, dass sie den Stand des Wissens widerspiegeln und die wesentlichen Aspekte umfassen. (iss)

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