Diagnostik / Labore

Mehr als 400.000 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 in einer Woche

Laborärzte sehen bei Corona-Warn-App und der Entwicklung der Anbindung der Labore und Gesundheitsämter noch viel Arbeit für die Experten. Die Anzahl der PCR-Tests ist derweil wieder geklettert.

Veröffentlicht: 30.06.2020, 19:32 Uhr
Abstrichstation in Gütersloh: Die Corona-Hotspots in NRW haben zu einem hohen Testaufkommen in der Region geführt.

Abstrichstation in Gütersloh: Die Corona-Hotspots in NRW haben zu einem hohen Testaufkommen in der Region geführt.

© David Inderlied / dpa

Berlin. Die lokalen und regionalen Ausbrüche der SARS-CoV-2-Infektion in einigen Bundesländern haben in der vergangenen Woche zu einer deutlichen Ausweitung der PCR-Testungen geführt.

„Die fachärztlichen Labore in den Regionen haben diese enorme Zusatzarbeit gut gemeistert“, sagte Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.), bei der wöchentlichen Pressekonferenz zur SARS-CoV-2-Diagnostik in Laboren. Allein 35 Prozent der Tests der vergangenen Woche seien auf das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen entfallen.

Zahl der Test auf Rekordhoch

In der 26. Kalenderwoche wurden den Angaben zufolge in den an der Umfrage teilnehmenden 137 Laboren insgesamt 406.699 SARS-CoV-2-PCR-Tests (Vorwoche 334.679) ausgewertet. Dies war die höchste Zahl an durchgeführten Tests seit Beginn der Datenerhebung. Von den durchgeführten Tests waren 3.219 (Vorwoche 4.656) Tests positiv. Damit fiel die Positivrate von 1,4 Prozent in der KW 25 wieder auf 0,8 Prozent zurück.

Laut ALM e.V. wurden insgesamt 55.801 (Vorwoche 56.316) Antikörpertests durchgeführt. Von diesen zeigten 3815 (Vorwoche 3842) ein positives Ergebnis. Aktuell stünden Testkapazitäten für rund 929.700 Tests pro Woche (Vorwoche 911.376) für umfassende Covid-19-Diagnostik zur Verfügung, hieß es.

Viel Arbeit für die Digitalanbindung

Größere Baustellen sehen die Laborärzte noch bei der Umsetzung der Corona-Warn-App: „Noch läuft nicht alles rund“, sagte Dr. Christian Scholz, Vorstand im ALM e.V. und Sprecher der AG IT im Verein. „Und auch im sogenannten DEMIS-Projekt – der Anbindung der Labore und der Gesundheitsämter an die digitale Übertragung von Daten – ist noch einiges zu tun.“

„Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass der Bedarf an Wissen über die Arbeit der Fachärzte im Labor sehr groß ist“, sagt Cornelia Wanke, Geschäftsführerin des ALM e.V.. Sie kündigte den Ausbau des Informationsangebots über eine Landingpage an, die in Kürze bereitgestellt werde. Dort sollten die wöchentlichen Auswertungen bereitgestellt werden.

Honorierung bleibt umstritten

Was die Wirtschaftlichkeit der Tests und die Honorierung der PCR-Tests anbelangt, appellierte Müller noch einmal an die gesetzlichen Krankenkassen: „Wir werden in dieser Frage nicht locker lassen: Die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses zur drastischen Abwertung ist sachlich falsch und einer raschen Überprüfung zu unterziehen“, wiederholte der 1. Vorsitzende des ALM e.V.. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte in der vorvergangenen Woche gegen den Beschluss geklagt. (syc)

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