Mit HPV-Test gibt es weniger Zervixkarzinome

Mit Hilfe des HPV-Tests lassen sich Frauen einer Studie zufolge besser vor Zervixkrebs schützen als mit dem Pap-Test. Besonders Frauen über 35 Jahre profitieren.

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EM-Aufnahme von Papillomviren. Krebsauslösend sind vor allem HPV-Typ 16 und 18.

EM-Aufnahme von Papillomviren. Krebsauslösend sind vor allem HPV-Typ 16 und 18.

© Professor Thomas Iftner

Von Ingrid Kreutz

TURIN. In einer italienischen Studie haben Forscher mehr als 90 000 Frauen untersucht, und zwar mit jeweils zwei Screening-Runden im Abstand von drei Jahren (Lancet Oncology 2010; 11: 249). 47 001 Frauen erhielten nur einen Pap-Test und 47369 Frauen einen Hybrid Capture 2 HPV DNA Test plus eine Dünnschichtzytologie oder den HPV-Test alleine. 33 851 Frauen aus der Zytologie-Gruppe und 32 998 Frauen aus der HPV-Test-Gruppe nahmen an einer zweiten Screening-Runde teil. Primärer Endpunkt war die Diagnose von CIN2 und CIN3 und invasiven Zervixkarzinomen.

Bei der ersten Screening-Runde wurden mit dem Pap-Test ähnlich viele invasive Zervixkarzinome diagnostiziert wie mit dem HPV-Test (neun versus sieben). Allerdings wurden bei der zweiten Runde mit dem HPV-Test keine Karzinome an der Zervix mehr gefunden, jedoch wiederum neun in der Zytologie-Gruppe.

HPV-Test entdeckt früh hochgradige Dysplasien

Für die Forscher liegt somit auf der Hand, dass ein HPV-basiertes Screening effektiver ist zur Prävention des Zervix-Ca als der Papanicolau-Test allein. Das führen sie darauf zurück, dass mit dem HPV-Test-basierten Screening mehr persistierende hochgradige Zervixdysplasien erkannt und behandelt werden, bevor sich daraus ein Karzinom entwickelt. So wurden bei der ersten Screening-Runde etwa doppelt so viele CIN3-Läsionen gefunden wie mit der Zytologie. In der zweiten Runde war es umgekehrt.

Allerdings räumen die Wissenschaftler aus Italien bei genauer Analyse der Daten ein, dass sich das HPV-basierte Screening bevorzugt für Frauen ab dem 35. Lebensjahr eignet. Bei jüngeren Frauen würden damit vermehrt CIN2-Läsionen gefunden, die sich bei Frauen unter 30 Jahren häufig wieder von selbst zurückbilden.

Der HPV-Test ist bisher für die meisten Patientinnen ein IGeL-Angebot. Die GKV bezahlt nur in Ausnahmefällen, etwa bei unklarem Pap-Befund.

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