Vorstellung auf der CES 2022

Mittels Audio-KI kindliches Asthma aufspüren

In Las Vegas startet die traditionelle Elektro-Verbrauchermesse CES mit erstmals mehr als hundert Gesundheitsunternehmen. Präsentiert werden auch Innovationen zur COVID-19-Detektion und KI-Lösungen für die Pneumologie.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Sensorsystem SoundSee von Bosch soll in der Pädiatrie Asthmafälle detektieren.

Seit Ende 2019 ist Sensorsystem SoundSee von Bosch im Weltall unterwegs, um in der Raumstation ISS ungewöhnliche Geräusche herauszufiltern, mithilfe von KI-Algorithmen zu analysieren und zu signalisieren, wann eine Wartung erforderlich ist. In der Pädiatrie soll die Lösung Asthmafälle detektieren.

© Highmark Health

Las Vegas. Seit dem jähen Ende der weltweit größten IT-Messe Cebit in Deutschland 2018 wanderten die Themen aus dem Bereich Digital Health zunehmend in die Hannover Messe und die traditionelle Elektro-Verbrauchermesse CES in Las Vegas ab.

Die diesjährige Ausgabe der CES, die am 5. Januar in Las Vegas startet, verzeichnet erstmals die Teilnahme von mehr als hundert Gesundheitsunternehmen.

Mit Abbott-CEO Robert Ford wird erstmals auch ein Vorstandschef aus der traditionellen Medizintechnik die Keynote zur Eröffnung der Messe halten. Auf der Messe zu sehen sind unter anderem:

Das US-Unternehmen Opteev zeigt in Las Vegas seine Lösung ViraWarn, den nach eigenen Angaben allerersten luftgestützten COVID-19-Detektor. Binnen fünf Sekunden soll die wiederverwendbare Digital-Health-Lösung eine SARS-CoV-2-Infektion anhand der Atemluft detektieren können.

Künstliche Intelligenz (KI) soll dabei garantieren, dass es nicht zu falschen Ergebnissen kommt. Auf den US-Markt soll das Tool, dessen Kartusche für 200 Test ausreichen soll, im Februar kommen.

Der deutsche Technologiekonzern Bosch präsentiert in Las Vegas mit dem Sensorsystem SoundSee ein Beispiel für den Nutzen, den KI und Konnektivität bringen. Seit Ende 2019 sei es im Weltall unterwegs, um in der Raumstation ISS ungewöhnliche Geräusche herauszufiltern, mithilfe von KI-Algorithmen zu analysieren und zu signalisieren, wann eine Wartung erforderlich ist.

Einen ganz erdverbundenen Einsatz dieser Technologie verfolge Bosch jetzt gemeinsam mit dem gemeinnützigen Gesundheitsunternehmen Highmark in Pittsburgh: Es wird erforscht, wie Audio-KI als Diagnosewerkzeug in der Pädiatrie genutzt werden kann.

Konkret arbeiten Bosch und Highmark daran, die Sensoren und Algorithmen so anzupassen, dass sie Lungenkrankheiten wie Asthma schon in jungen Jahren erkennen können, indem sie die Atemmuster abhören und auswerten.

Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP ist es gelungen, ein mehrfarbiges OLED-Mikrodisplay zu realisieren, das gegenüber allen verfügbaren Mikrodisplays am wenigsten Strom verbraucht mit einer gegenüber monochromen Displays erweiterten Anwendungspalette. Dieses OLED-Mikrodisplay entstand innerhalb des vom Sächsischen Wirtschaftsministeriums geförderten Projektes „Backplane“.

Die am Fraunhofer FEP verfügbare ultra-low power Mikrodisplay-Plattform für Wearables ist daher auf einen äußerst geringen Stromverbrauch getrimmt und basiert auf der bewährten OLED-auf-Silizium- Technologie. Diese OLED-Mikrodisplays waren bisher nur monochrom verfügbar, was für einfache Informationsanzeigen zunächst ausreichte. Um weitere Einsatzgebiete zu erschließen, wurde jetzt innerhalb des Projektes „Backplane“ ein mehrfarbiges OLED-Mikrodisplay erforscht, welches den Farbraum von grün, rot und deren Mischfarben wiedergeben kann und trotzdem weniger Strom benötigt, als alle anderen Mikrodisplays.

„Wir können nun ultra-low power OLED-Mikrodisplays anbieten, in denen nicht nur eine einfache Anzeige einer Information in Gelb erfolgt, sondern transportieren durch die Signalfarben rot und grün weitere Informationen, zum Beispiel als Warneinblendung in Helmen der Feuerwehr oder für Spezialtaucher,“ erklärt Philipp Wartenberg, Abteilungsleiter IC- und Systemdesign am Fraunhofer FEP.

„Auch die Wiedergabe von Sensordaten kann schnell und eindrücklich erfolgen. So kann ein Schweißer immer das Wärmebild an einer Schweißnaht verfolgen oder eine Krankenschwester in Schutzkleidung mit integrierter Sensorik sieht sofort, ob der Patient Fieber hat. Die Visualisierung von Wärmeunterschieden war mit der bisher angebotenen ultra-low power Mikrodisplays nicht möglich.“

Der Ausgburger Robotikspezialist German Bionic zeigt in Las Vegas die fünfte Generation des Cray X Smart Power Suit. Der nach eigenen Angaben weltweite Technologieführer für vernetzte Roboter-Exoskelette hat damit wichtige Erweiterungen des vielfach prämierten Kraftanzugs eingeführt, um den Gesundheitsschutz von Belegschaften zu optimieren.

Das Cray X der fünften Generation könne neben der Unterstützung beim Heben schwerer Lasten nun auch beim Gehen oder Treppensteigen entlasten, indem es die Beine sanft nach vorne schiebt. So erschließen sich neue Einsatzgebiete und es trägt noch effektiver dazu bei, vorzeitige Erschöpfung zu verringern und das Energieniveau zu halten. Mit dieser neuen Funktion sei das Cray X der fünften Generation das erste Exoskelett seiner Art, das zwei Körperregionen unterstützt. Bei vielen großen Konzernen sind die Augsburger Exoskelette bereits im Einsatz.

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