Finanzierungsform II

Netzförderung bringt Perspektive

Zuerst fast pleite, dann aber doch förderfähig: die Erfahrungen eines Netzes aus Westfalen-Lippe.

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Die Förderung für Ärztenetze über die KVen nach Paragraf 87 b SGB V betrachtet Sabine Heidler aus der Geschäftsführung des Netzes Medicoos als "Sahnehäubchen der Netzfinanzierung". Die Medicoos GmbH im westfälischen Steinfurt ist seit Januar 2015 anerkannt und erhält als eines der ersten Ärztenetze eine Förderung der KV Westfalen-Lippe. Doch bis es dahin kam, gab es viel Hin und Her.

Ende 2012 war die 2010 gegründete GmbH nach Heidlers Angaben fast pleite. Das Netz, das die Ärzte gegründet hatten, um ihre Existenz und die Patientenversorgung in der Region zu sichern, verzeichnete kaum Einnahmen und Mitgliederverluste. Die Netzärzte hatten nicht nur in die GmbH-Einlage von 25.000 Euro investiert, sondern auch viel Zeit und Engagement zum Aufbau von Behandlungspfaden. Dabei erhielten sie Heidler zufolge "viel Unterstützung der Industrie". Doch: "Die Kosten liefen uns davon", sagt sie.

Das Netz erfüllte alle Voraussetzungen für die KV-Förderung: Es ist patientenzentriert, setzt auf kooperative Berufsausübung und elektronische Kommunikation und strebt eine verbesserte Effizienz und Prozessoptimierung bei der Patientenversorgung an. Außerdem wirkt Medicoos an einer Studie der Universität Wuppertal zur Polymedikation mit.

Als erfolgreiche Netz-Projekte schildert Heidler unter anderem Behandlungspfade bei Asthma, COPD, Diabetes und Koronare Herzkrankheit. Geplant ist nun, dass der Behandlungspfad Diabetes elektronisch hinterlegt werden soll und Medikationspläne, Patientendaten und Befundberichte elektronisch übertragen werden können. Dafür hat Medicoos die KV-Förderung erhalten. Doch das Netz setzt nicht allein auf diese Finanzierung. Geld fließt unter anderem auch aus einem Vertrag zur Versorgung in Pflegeheimen mit der AOK. (ami)

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