Honorarbericht Q I+Q II 2018

Onkologen und Hämatologen aus Bayern im Honorar vorne

Im ersten Halbjahr 2018 haben Onkologen und Hämatologen überdurchschnittliche Zuwächse beim Honorarumsatz erzielt. Allerdings sind die regionalen Unterschiede in der Fachgruppe besonders groß.

Von Sybille CornellSybille Cornell Veröffentlicht: 21.09.2020, 16:22 Uhr

Berlin. Die KBV hat mehr als zwei Jahre nach Ende der Abrechnungsperioden die Honorarberichte der ersten beiden Quartale 2018 vorgelegt. Demnach haben die Ärzte in beiden Quartalen ein Plus beim GKV-Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal erzielt. Im ersten Quartal betrug der Honorarzuwachs 1,3 Prozent und im zweiten Quartal 2,0 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg dabei im ersten Quartal um 1,7 Prozent und im zweiten Quartal um 2,2 Prozent.

Bei Internisten mit dem Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie lagen die Zuwächse im selben Zeitraum über dem Durchschnitt. Demnach stiegen ihre Honorarumsätze in beiden Quartalen um 3,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Onkologen erreichten damit im ersten Halbjahr 2018 einen durchschnittlichen Honorarumsatz von 189.834 Euro.

Das gesamte Honorarumsatzvolumen für alle Fachgruppen legte im ersten Quartal 2018 um 3,1 Prozent zu. Auch im zweiten Quartal setzte sich die Entwicklung fort. Das Honorarumsatzvolumen aller Ärzte stieg diesmal um 3,9 Prozent. Die Behandlungsfallzahl je Arzt sank um 0,2 Prozent, da die Anzahl der Ärzte schneller (+1,8 Prozent) stieg als die Behandlungsfallzahl (+1,6 Prozent).

Onkologen und Hämatologen erwirtschafteten insgesamt ein deutlich höheres Honorarplus mit 9,8 Prozent im Winterquartal und 8,5 Prozent im 2. Quartal 2018 im Vorjahresvergleich. Aufgrund der Zunahme der Anzahl der praktizierenden Onkologen um 6,5 Prozent im ersten und 5,2 Prozent im zweiten Quartal auf insgesamt 1015 Ärzte bundesweit, sank die Behandlungsfallzahl je Arzt zunächst um 3,1 Prozent und blieb im Frühjahr mit -0,3 Prozent annähernd stabil. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg im ersten Quartal um 6,4 Prozent und um 3,5 Prozent auf 178,31 Euro im zweiten Quartal.

Frappierend sind nach wie vor die Unterschiede zwischen den Regionen in der Fachgruppe: In Bayern verzeichneten die Onkologen und Hämatologen im zweiten Quartal einen Honorarumsatz je Arzt von 121.364 Euro, die Kollegen in Berlin erreichten mit 62.982 Euro nur 52 Prozent des bayerischen durchschnittlichen Honorarumsatzes.

Auch die größte Steigerung des Honorarumsatzes von +13,0 Prozent konnte Bayern in QII verbuchen, gefolgt von Brandenburg (+9,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (+8,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (+5,2 Prozent). Den stärksten Rückgang verzeichneten Onkologen in Thüringen (-4,5 Prozent), gefolgt von Hessen (-3,9 Prozent) und Sachsen (-3,1 Prozent). Auch der Fallwert differiert stark: In Sachsen lag er mit 116,70 Euro weniger als halb so hoch wie in Bayern (244,23 Euro).

Die Gesamtvergütungen aller KVen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten beiden Quartalen um insgesamt 533,1 Millionen Euro gestiegen. In beiden Quartalen hat die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV ) langsamer zugelegt als die extrabudgetäre Vergütung.

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