PKV-Anbieter etabliert sich als Pflegedienstbetreiber

Pflege im Franchise-System - an diesem Konzept arbeitet die Deutsche Krankenversicherung (DKV).

Veröffentlicht:

KÖLN (iss). Der private Krankenversicherer betritt nicht völliges Neuland. Unter der Marke miCura betreibt er bereits elf eigene Pflegedienste. Das System will die DKV nun über Franchise-Partner sukzessive ausbauen.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir noch im Jahr 2009 den ersten Vertrag unterzeichnen werden", sagt Dr. Thomas Hilse, Geschäftsführer der DKV Pflegedienste und Residenzen GmbH. MiCura ist Teil dieses Unternehmens, das eine 100-prozentige Tochter der DKV ist.

Bei der Suche nach Franchise-Partnern werde miCura behutsam vorgehen, sagt Hilse. 2010 will das Unternehmen nicht mehr als vier bis fünf Verträge abschließen. "Wir wollen einen exklusiven Ansatz fahren." Die DKV setzt darauf, das Modell gemeinsam mit den Pflegediensten weiterzuentwickeln. Mit dem Ärztenetz goMedus und dem Zahnärztenetz goDentis hat der Versicherer bereits Erfahrungen im Franchise-Bereich gesammelt.

Pflegedienste, die unter dem Namen miCura arbeiten wollen, müssen bereit sein, mit dem von der DKV entwickelten System-Handbuch zu arbeiten. "Wir geben darin praxisorientierte Handreichungen, etwa die Orientierung an Experten-Standards und die Vorbereitung auf eine MDK-Prüfung." Ein hoher qualitativer und professioneller Standard sei für miCura die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit einem privaten Pflegedienst.

Die Pflegedienste müssen eine bestimmte Größe aufweisen und rund 100 Pflegebedürftige versorgen. Der Personalstand sollte bei rund 50 Mitarbeitern liegen. "Davon müssen mindestens 50 Prozent examinierte Pflegefachkräfte sein." Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist die Vernetzung der Einrichtungen. Die DKV schaut sich an, welche Kooperationen sie eingegangen sind.

Die miCura-Pflegedienste sollen dort aktiv sein, wo die DKV viele Versicherte hat. In großen Städten werden vor allem die von der DKV selbst betriebenen Dienste im Vordergrund stehen. Bisher gibt es sie etwa in Düsseldorf, Köln, München, Berlin und Hamburg. Auch diesen Sektor will der Versicherer weiter ausbauen. "MiCura im Eigenbetrieb und miCura als Lizenzmodell sollen sich wechselseitig verstärken."

Bei den eigenen Pflegediensten hat das Unternehmen zum Teil Ärztenetze und Kliniken mit ins Boot geholt, doch alle sind mehrheitlich im Besitz der DKV. Im Praxisnetz Nürnberg Süd etwa könnten die Ärzte den Patienten die Betreuung durch den miCura-Pflegedienst anbieten. "Das funktioniert mittlerweile hervorragend", berichtet Hilse. Außerdem werden Ärzten besondere Services wie die "Arzt-Assistenz" angeboten. Hilse: "Ärzte können delegierbare Leistungen auf den Pflegedienst übertragen." Sie bleiben in der Verantwortung des Arztes, er kann sie abrechnen. Der Pflegedienst kann den Medizinern gegebenenfalls per Laborübertragung bestimmte Werte übermitteln. "Der Arzt kann dann aus der Praxis heraus schnell reagieren", sagt Hilse.

Die DKV wird das miCura-Konzept während der Medizin-Messe MEDICA in Düsseldorf präsentieren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Lesetipps