Patient nach Hyperglykämie gestorben: Ärztin verurteilt

KREFELD (eb). Wegen fahrlässiger Tötung ist am Donnerstag eine 32-jährige Assistenzärztin in Krefeld zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt worden. Sie soll den erhöhten Blutzucker eines Notfallpatienten nicht richtig erkannt und falsch therapiert haben. Der Patient verstarb kurz darauf.

Veröffentlicht:
Bei der Verurteilung der Ärztin wurden dem Krankenhaus schwere organisatorische Mängel vorgeworfen.

Bei der Verurteilung der Ärztin wurden dem Krankenhaus schwere organisatorische Mängel vorgeworfen.

© Digitalstock

Ein zweiter angeklagter Assistenzarzt wurde freigesprochen, berichten Lokalmedien übereinstimmend.

Der 47-jährige Diabetiker sei in der Nacht zum 1. November 2008 mit einem extrem erhöhten Blutzuckerwert in das Krefelder Maria-Hilf-Krankenhaus eingeliefert worden, berichtet die "Westdeutsche Zeitung". Kurze Zeit später sei er in ein hyperglykämisches Koma gefallen. Als Todesursache seien später ein Hirn- und Lungenödem sowie ein "zentrales Regulationsversagen" festgestellt worden.

Kurz nach der Aufnahme soll die Assistenzärztin den Patienten mit Insulin behandelt haben. Trotz dieser Therapie soll sich der Blutzuckerspiegel nicht normalisiert haben. Der Ärztin wurde vorgeworfen, daraufhin nicht ausreichend gehandelt zu haben. Bei der Blutzuckermessung soll sie sich auf einen ungenauen Schnelltest verlassen und auf eine Laboranalyse verzichtet haben.

Dem Bericht zufolge werden aber auch gegen die Klinik schwere Vorwürfe erhoben. So sei die Ärztin gemeinsam mit ihrem Kollegen für über 100 Patienten, die Intensivstation und die Nofallambulanz während der Nacht zuständig gewesen. Deshalb habe sie nur rund alle zwei Stunden nach dem Mann sehen können.

Ein Gutachter soll dem Krankenhaus schweres Organisationsverschulden vorgeworfen haben. Der diensthabende Oberarzt sei in der Nacht nicht mehr zu erreichen gewesen.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Aut idem patentfreier rekombinanter Arzneimittel

Jetzt übernehmen Apotheken die Verantwortung für die wirtschaftliche Biological-Auswahl

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Abb. 1: Studie DECLARE-TIMI 58: primärer Endpunkt „kardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz“ in der Gesamtkohorte

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Präventiv statt reaktiv: Bei Typ-2-Diabetes mit Risikokonstellation Folgeerkrankungen verhindern

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an

Ein medizinischer Pfleger schneidet einem älteren Patienten in der Klinik die langen Fußnägel.

© amfer75 / stock.adobe.com

Long-Toenail-Sign

Was lange Zehennägel bei älteren Patienten über die Gesundheit verraten

zwei Männer wählen aus einem Sortiment Autoreifen

© Fabian Sommer / dpa / picture alliance

Aut idem patentfreier rekombinanter Arzneimittel

Jetzt übernehmen Apotheken die Verantwortung für die wirtschaftliche Biological-Auswahl