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Patienten lassen gern die Arztrechnung prüfen

Im Schnitt 9,7 Prozent der Gesamtsumme sparen Patienten, die ihre Rechnung prüfen lassen, erklärt ein Versicherer. Deshalb seien Arztrechnungen aber nicht per se überhöht.

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Meist melden sich Patienten beim Versicherer, die ohnehin das Gefühl haben, das etwas nicht stimmt.

Meist melden sich Patienten beim Versicherer, die ohnehin das Gefühl haben, das etwas nicht stimmt.

© pix4U / Fotolia.com

STUTTGART (iss). Wenn Krankenversicherer auf das Leistungs- und Gesundheitsmanagement setzen, tun sie genau das, was viele Kunden von ihnen erwarten. Diese Erfahrung hat die Hallesche Krankenversicherung gemacht. "Wir haben in den vergangenen zwei bis drei Jahren verstärkt Nachfragen von Versicherten bekommen, die wissen wollen, was wir in diesem Bereich machen", sagt Wiltrud Pekarek, Vorstand der Versicherungsgruppe Alte Leipziger - Hallesche. Viele Kunden wollten wissen, was der Krankenversicherer unternimmt, um die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen, und was sie selbst dazu beitragen können, berichtete Pekarek.

Die Hallesche bietet den Versicherten an, auch diejenigen Arzt- und Zahnarztrechnungen kostenlos auf die gebührenrechtliche und rechnerische Richtigkeit zu überprüfen, die sie nicht zur Erstattung einreichen - etwa wegen eines Selbstbehalts. Im Jahr 2009 liefen 1303 Rechnungen mit einem durchschnittlichen Erstattungsbetrag von 345 Euro durch diesen Check. Im Schnitt sparten die Kunden dadurch 9,7 Prozent der ursprünglichen Rechnungssumme.

Daraus könne man nicht den Schluss ziehen, dass Arztrechnungen um zehn Prozent überhöht seien, betonte Pekarek. "Bei den Rechnungen, die eingereicht werden, hatten die meisten Kunden ohnehin das Gefühl, das etwas nicht stimmt."

Die Hallesche erzielt durch das Leistungs- und Gesundheitsmanagement jährlich Einsparungen von rund zehn Millionen Euro. Davon entfällt mit vier bis fünf Millionen Euro fast die Hälfte auf die Überprüfung von Krankenhausrechnungen.

Im vergangenen Jahr hat die Hallesche 700 Versicherte mit schweren Erkrankungen oder Unfallopfer durch ein Case Management individuell betreut. In Absprache mit den Patienten oder den Angehörigen sowie den behandelnden Ärzten versuchen die Mitarbeiter, die geeigneten Versorgungs- und Unterstützungsangebote zu finden und Schnittstellenprobleme zu vermeiden. Durch das Case Management wurden die Kosten um durchschnittlich 1000 Euro pro Fall reduziert, sagte Pekarek. "Wir machen unsere Kunden auf das Angebot aufmerksam, damit wir möglichst früh von den Fällen hören."

Zudem bietet der Krankenversicherer aus Stuttgart seinen chronisch kranken Versicherten Gesundheitsprogramme an, darunter Diabetikern und Asthmatikern. Er will aber auch bei den Kunden ansetzen, die noch gesund sind. Die Hallesche hat Versicherte angeschrieben, die noch wenig Leistungen in Anspruch genommen haben. Sie konnten freiwillig ihr Herz-Kreislauf- und Diabetesrisiko testen. Anhand der Antworten hat die Hallesche begonnen, die Kunden gezielt bei Themen wie Bluthochdruck zu begleiten.

Die Ausgaben dieser Versicherten vergleicht das Unternehmen mit denen einer Kontrollgruppe. Bislang sind die Ausgaben für die Programmteilnehmer geringer. Für eine Bewertung ist der beobachtete Zeitraum aber noch zu kurz.

Zurzeit beschäftigt der Versicherer in der Spezialabteilung Gesundheitsmanagement fünf Mitarbeiter. Die Hallesche baue den Bereich kontinuierlich aus, sagt Konzernchef Dr. Walter Botermann. Die Mitarbeiter würden aber nur in den Bereichen eingesetzt, die zu einer spürbaren Kostenentlastung führen. Botermann: "Sie müssen mindestens das Doppelte von dem einbringen, was sie kosten."

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