Patientendatenschutzgesetz

Patientendaten in Gefahr?

Die Debatte um den Datenschutz in der Patientenakte schwelt weiter. Kritik kommt jetzt auch von mehreren KVen.

Veröffentlicht: 25.08.2020, 14:50 Uhr
 Elektronischen Patientenakte: Nicht nur Ärzte sind interessiert an den Daten.

Elektronischen Patientenakte: Nicht nur Ärzte sind interessiert an den Daten.

© chombosan / Getty Images / iStock

München. Die Kritik am Vorgehen der Bundesregierung bei der elektronischen Patientenakte verdichtet sich und kommt jetzt auch aus mehreren KVen. Die VV-Vorsitzenden der KV Niedersachsen, der Frauenarzt Dr. Christoph Titz und der Hausarzt Dr. Eckart Lummert, haben am Montag in Hannover die Aussagen des Bundesdatenschutzbeauftragten Professor Ulrich Kelber zum geplanten Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) begrüßt.

Durch das PDSG werde unter anderem den Krankenkassen ein umfassender Zugriff auf Patientendaten gewährt – ohne dass diese dabei ein Mitspracherecht hätten. „Dadurch wird in das geschützte Arzt-Patienten-Verhältnis eingegriffen“, kritisiert Titz.

„Errungenschaften des Datenschutzes zunichte gemacht“

„Wird das Gesetz so umgesetzt, dann sind die Patientendaten in Gefahr“, ergänzt Lummert laut Mitteilung. Unter dem Vorwand, den Weg für den digitalen Fortschritt zu ebnen, mache der Gesundheitsminister sämtliche Errungenschaften des Datenschutzes und der informationellen Selbstbestimmung per Handstreich zunichte.

Mit deutlichen Worten hatte bereits am Freitag der Vorstand der KV Bayerns die Vorgehensweise des Bundesgesundheitsministeriums beim PDSG kritisiert.

Keine Möglichkeit zum Widerspruch

Durch das PDSG werde Krankenkassen und Industrie ein umfassender Zugriff auf die intimsten Gesundheitsdaten der Patienten gewährt – ohne dass diese die Möglichkeit hätten, der Auswertung ihrer Daten zu widersprechen“, so die aus Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp bestehende Vorstandsriege der Bayern-KV.

Hören Sie dazu auch

So würden die Kassen die Befugnis erhalten, die Abrechnungsdaten ihrer Versicherten exakt auszuwerten und diesen dann entsprechende Empfehlungen – etwa für Gesundheits-Apps – zu geben. Auch könnten die Versicherten der Analyse ihrer Daten im Vorfeld nicht widersprechen, sondern höchstens im Nachhinein darauf drängen, dass sie nicht mit Angeboten behelligt werden. (bfe/ger)

Mehr zum Thema

Patientendatenschutzgesetz

Datenschutzbeauftragter wiederholt Warnungen vor der ePA

Datenschutz

Ärzte sehen sich durch PDSG in der Zwickmühle

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Abstrich auf SARS-CoV-2: Etwa 500 Infektzentren haben zu den Hochzeiten der Pandemie in Deutschland gearbeitet.

41. Hausärztetag

Hausärzte wollen mehr Qualität bei Infektbehandlung

Mammogramm: Trotz vollständiger operativer Entfernung eines DCIS ist das Risiko, langfristig an Brustkrebs zu sterben stark erhöht, - besonders hoch ist es bei jung erkrankten sowie dunkelhäutigen Frauen.

Therapiestrategie überdenken

Nach DCIS steigt brustkrebsbedingte Sterberate

Dr. Günther Jonitz

„ÄrzteTag“-Podcast

Warum wollen Sie zurücktreten, Günther Jonitz?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden