Brexit

Pharma und MedTech drängen auf Abkommen

Die deutsche Pharmabranche warnt vor Versorgungsengpässen, sollte Großbritannien zum Jahresende ungeregelt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion ausscheiden.

Veröffentlicht: 31.01.2020, 15:33 Uhr
Pharma und MedTech drängen auf Abkommen

Scheidungsschmerz? Pharma und MedTech hoffen auf ein zielführendes Abkommen der EU mit Großbritannien, damit das Vereinigte Königreich am Jahresende 2020 nicht ungeregelt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion ausscheidet.

© Melinda Nagy / stock.adobe.com

Berlin/Brüssel/London. Deutsche Arzneimittelhersteller mahnen angesichts des nun vollzogenen Austritts Großbritanniens aus der EU dringend an, ein Abkommen zustandezubringen und Großbritannien am Jahresende 2020 nicht ungeregelt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion ausscheiden zu lassen.

Sonst könnten die komplexen Lieferketten in der Arzneimittelherstellung gestört werden, so dass Liefer- oder gar Versorgungsengpässe vor allem in Großbritannien nicht auszuschließen sind, mahnt der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH).

„Für Arzneimittel-Hersteller ist die Phase des Übergangs, in einen hoffentlich geregelten finalen Brexit ab dem 1. Januar 2021, maßgeblich für die künftigen Handelsbeziehungen mit Großbritannien“, verdeutlicht Dr. Elmar Kroth, beim BAH Geschäftsführer Wissenschaft.

Industrie sieht hohen Mehraufwand

Wollen Arzneimittelmittel-Hersteller nach dem Brexit weiterhin ihre Produkte in den verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten und in Großbritannien vertreiben, müssen sie zukünftig zwei eigenständige und angemessen ausgestattete Niederlassungen betreiben, eine in Großbritannien und eine in der EU.

Dies bedeute einen erheblichen personellen und finanziellen Mehraufwand für die Unternehmen, so der BAH.

„Das Ziel der Arzneimittelindustrie ist es, dass ein umfassendes gegenseitiges Anerkennungsabkommen (Mutual Recognition Agreement - MRA) abgeschlossen wird, in dem beispielsweise die Anerkennung von Zertifikaten für die Herstellung und Freigabe von Arzneimitteln sowie weitergehende Regelungen zum Import und Export von Fertigarzneimitteln, deren Zwischenprodukten sowie von Wirk- und Hilfsstoffen geregelt wird“, so Dr. Elmar Kroth.

Zuversicht in der MedTech-Branche

Wie der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mitteilt, werde Großbritannien ab dem 1. Januar 2021, als EU-Drittland die Anforderungen der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) weitgehend identisch übernehmen.

Die EU-Kommission setzt sich dafür ein, dass die Erhebung von Zöllen vermieden wird, um Handelshemmnisse zu vermeiden. Dieses Ziel werde vom BVMed unterstützt.

„Wir fordern die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auf, eine Regelung für die Zeit nach der Übergangsphase zu verhandeln, so dass es eine pragmatische Anschlusslösung gibt“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. (maw)

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