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Impfstoff-Kapazitäten

Pharmaverband begrüßt Pläne zur Pandemieabwehr

Deutschland soll für Pandemien besser gewappnet sein. Entsprechende Pläne der Koalition stoßen bei der Pharmaindustrie auf Wohlwollen. Derweil plant die Koalition offenbar die Verlängerung der aktuellen Pandemie-Notlage.

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Begrüßt Pläne, die eine Versorgung im Pandemiefall erlauben, es den Unternehmen aber erlauben, die Impfstoff-Produktion flexibel zu gestalten: vfa-Präsident Han Steutel.

Begrüßt Pläne, die eine Versorgung im Pandemiefall erlauben, es den Unternehmen aber erlauben, die Impfstoff-Produktion flexibel zu gestalten: vfa-Präsident Han Steutel.

© Darren Jacklin

Berlin. Pharmahersteller haben das von der Bundesregierung verabschiedete Konzept zur Abwehr von Pandemien begrüßt. „Das Konzept würde es Unternehmen erlauben, die laufende Impfstoffproduktion zu flexibilisieren – also so zu gestalten, dass man sie schnell ausweiten oder wieder zurückfahren kann“, sagte der Präsident des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa), Han Steutel, am Donnerstag in Berlin.

Steutel sprach von einem „praxisnahen“ und realistischen Ansatz. Untauglich sei hingegen ein Plan, der auf das „Errichten von Geisterfabriken – also Reservefabriken ohne laufende Produktion – für den Fall des Falles setzt“.

„Keine Geisterfabriken“

Dass sich die Bundesregierung zudem für einen „Technologe-Mix und nicht einseitig auf einen einzigen Impfstoff-Typ setzen wolle, sei ebenfalls richtig, sagte Steutel. „Schließlich weiß niemand, welche Art Impfstoff vor dem nächsten pandemischen Erreger schützen wird.“

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, künftig ausreichend Produktionskapazitäten für Impfstoffe vorzuhalten. Geplant ist die Herstellung von 600 bis 700 Millionen Impfdosen im Jahr. Dies soll über die Ausschreibung entsprechender Verträge eingelöst werden. Die Laufzeit der Verträge soll bei fünf Jahren liegen.

Eine jährliche „Reservierungsgebühr“ soll die Vorhaltekosten der Unternehmen decken. Die Organisation der Vorhaltekapazitäten soll beim Paul-Ehrlich-Institut angesiedelt sein. Die Produktionsanlagen sollten bei Bedarf „schnell aktiviert werden können“, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont.

Nach Angaben des vfa spielt Deutschland schon heute eine wichtige Rolle bei der Produktion von COVID-19-Vakzinen. Elf Betriebe wirkten aktuell daran mit – bis Ende des Jahres könne sich die Zahl auf 19 erhöhen. Produktionskapazitäten in Deutschland gibt es dem Verband zufolge für Impfstoffe auf Basis von mRNA, Vektorviren, Proteinen, Peptiden, DNA und Polysacchariden.

Längere Pandemie-Notlage geplant

Derweil wurde bekannt, dass die Koalition die Pandemie-Notlage nationaler Tragweite offenbar verlängern will. Diese gilt als rechtliche Grundlage unter anderem für Impfungen und anfallende Testkosten. Der Bundestag hatte die epidemische Lage erstmals Ende März 2020 festgestellt und sie im November bestätigt.

Nun solle die festgestellte epidemische Notlage nationaler Tragweite, die am 30. Juni auslaufen würde, erneut verlängert werden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Verweis auf Koalitionskreise. Wann diese Verlängerung genau greife, sei noch offen. (hom/dpa)

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