Start-ups

Prämierte Medizin-Projekte

Der Science4Life Venture Cup 2017 zeichnet Jungunternehmer aus, deren Innovationen den medizinischen Versorgungsalltag erheblich erleichtern könnten. Aktuell beispielsweise in Kliniken oder Kinderarztpraxen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Prämierte junge Innovatoren unter sich: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup 2017 bei der Preisverleihung in Wiesbaden.

Prämierte junge Innovatoren unter sich: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup 2017 bei der Preisverleihung in Wiesbaden.

© obs/Science4Life e.V.

WIESBADEN. Die Heilung der Rheumatoiden Arthritis mittels eines neuen personalisierten Immuntherapeutikums hat sich das Frankfurter Start-up Aidcure zur Aufgabe gemacht. Im Gegensatz zu den bisher auf dem Markt verfügbaren Medikamenten bietet diese Therapie ein "Reset" des fehlprogrammierten Immunsystems und könnte erstmals Arthritis heilen.

Der Ansatz der hessischen Jungunternehmer überzeugte die Jury des Venture Cup 2017 der unabhängigen Gründerinitiative Science4Life, womit sich Aidcure den mit 25.000 Euro dotierten Siegerpreis sicherte. Die Initiative wird unter anderem von Sanofi unterstützt. Als Schirmherren des diesjährigen Wettbewerbs fungierten Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Professor Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH.

"Unser Ziel ist es, Patienten, die an einer chronischen Gelenkentzündung erkrankt sind, erstmals zu heilen. Dazu müssen wir im nächsten Schritt den Abschluss der notwendigen Arbeiten vor der klinischen Prüfung am Menschen vorantreiben. Das Coaching im Rahmen von Science4Life hat unsere Geschäftsidee hierfür noch weiter präzisiert", äußerte sich Aidcure-Geschäftsführerin Dr. Nadine Schneider.

Der mit 10.000 Euro dotierte, zweite Preis des diesjährigen Wettbewerbs ging an das Start-up Inveox aus Garching für eine Laborinnovation. Eine Verwechslung von Proben in Laboren kann für Patienten lebensgefährlich werden. Zur Umgehung des fehleranfälligen manuellen Umgangs mit den Proben hat Inveox ein vollautomatisiertes, vernetztes Labor entwickelt.

Zeitnaher Bauchverschluss möglich

Der mit 5000 Euro dotierte dritte Preis ging an die Kölner Jungunternehmer von Fasciotens. Deren innovative Lösung bedient sich einer einfachen Idee mit lebensrettender Wirkung: Verschiedene Erkrankungen, wie schwere Infektionen, Komplikationen oder Verletzungen bedingen die Notwendigkeit, den Bauchraum nach einer Op über ein längere Zeit offen lassen zu müssen. Das daraus resultierende Zurückweichen der Bauchdecke erschwert einen späteren Bauchverschluss oder macht diesen sogar unmöglich. Mit fasciotens® wird die Bauchdecke bei eröffnetem Bauchraum angespannt und ermöglicht somit den zeitnahen Bauchverschluss.

Das Gründerteam Tubulis Technologies aus Berlin und München sicherte sich mit seiner Tub-tag® Technologie, einem molekularen Kleber für die Onkologie, den mit 3000 Euro dotierten vierten Preis. Mittels dieser Technik werde erstmals die stabile Anheftung von Chemotherapeutika an tumorspezifische Antikörper zur nebenwirkungsärmeren und effektiveren Krebsbehandlung ermöglicht, heißt es.

Schub für Eisenmangel-Diagnostik

Auf den ebenfalls mit 3000 Euro dotierten fünften Platz kommt das Münchener Start-up FerroSens, das laut Science4Life die Diagnose des Eisenmangels, der weltweit häufigsten Mangelerscheinung, revolutioniert. Durch das patentierte Fidscreen-Gerät werde Eisenmangel erstmals ohne Blutentnahme schnell und zuverlässig nachgewiesen. Das erlaube flächendeckendes Screening sowohl in Kinderarztpraxen als auch in Kliniken.

Die Wettbewerbsrunde für den Science4Life Energy Cup 2018 startet am 1. September 2017.

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