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Hamburg

Qualitätskriterien im Krankenhausplan?

Die Krankenhausgesellschaft Hamburg will Qualitätskriterien im Krankenhausplan ausweisen. Das findet Unterstützung bei der Senatorin.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Die Krankenhausplanung soll künftig Qualitätskriterien aus den Kliniken berücksichtigen. Der Vorschlag der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG) wird von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) unterstützt.

"Dies entspricht unserem Verständnis von Qualitätswettbewerb", sagte der HKG-Vorsitzende Professor Fokko ter Haseborg auf dem Hamburger Krankenhaustag. Nach HKG-Vorschlag sollten jährlich Kapazitäten von Kliniken mit Qualitätsproblemen in Häuser mit ausgewiesen guter Qualität umgeschichtet werden.

Nach Idee des Verbands dürfte die Ist-Belegung eines Hauses ohne negativ auffällige Qualitätsergebnisse im Folgejahr um eine Wachstumsreserve von zehn Prozent steigen. Umgekehrt könnte die Kapazität eines Krankenhauses mit negativen Qualitätsergebnissen um 20 Prozent reduziert werden.

Folge: Eine Klinik, die ihr Qualitätsproblem mittelfristig nicht in den Griff bekommt, wäre innerhalb weniger Jahre nur noch mit einem Rumpfangebot im Krankenhausplan enthalten und könnte schließlich ganz entfernt werden.

Dazu sind allerdings noch Detailprobleme zu lösen, wie ter Haseborg einräumte. So ist derzeit keine vollständige Transparenz in der Ergebnisqualität gegeben.

Prüfer-Storcks will integrierte Planung

Auch wäre eine laufende Aktualisierung erforderlich, denn: "Veraltete Qualitätsergebnisse schaden mehr als sie Nutzen stiften."

Bei Prüfer-Storcks rennt der Verband mit seinem Vorschlag offene Türen ein, wie die Senatorin auf dem Krankenhaustag versicherte. Sie hält Qualität für den einzigen Punkt im Gesundheitswesen, um den es Wettbewerb geben sollte: "Es wird allerhöchste Zeit, das einzuführen."

Die Senatorin verwies auf die langwierigen Gesetzesänderungen. Die Ergebnisqualität zeigt sich oft erst nach der Entlassung aus der Klinik.

Deshalb strebt sie bei einer Änderung eine integrierte Versorgungsplanung an, die auch die ambulante Versorgung umfasst. "Da wünsche ich mir mehr Kontinuität und Tempo auf der Bundesebene", sagte Prüfer-Storcks.

Im Übrigen erwartet sie, dass eine Umsetzung des HKG-Vorschlags zu einer weiteren - nach ihrer Ansicht zu begrüßenden - Spezialisierung beitragen wird. Dass eine Hamburger Klinik unter diesen Vorzeichen aus Qualitätsgesichtspunkten aus dem Krankenhausplan entfernt werden müsste, kann sie sich nicht vorstellen. (di)

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