Direkt zum Inhaltsbereich

Rx-Versand

Regierung hält sich noch bedeckt

Die unendliche Geschichte geht weiter: Die Diskussion über ein Verbot des Rx-Versands nimmt wieder Fahrt auf.

Veröffentlicht:

BERLIN. Wiehoch sind die finanziellen Risiken für den Bundeshaushalt, wenn, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, der seit 2004 erlaubte Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wieder verboten wird? Dazu richteten unlängst die Grünen eine Anfrage an die Bundesregierung (wir berichteten).

Zur Erklärung: Bereits in der vorangegangenen Legislatur war ein Verbot des Rx-Versands zwar in Angriff genommen worden, schließlich aber auch am Veto des damaligen Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) gescheitert, der Entschädigungsforderungen der Versandapotheken befürchtete.

Die jetzt veröffentlichte Antwort der Bundesregierung fällt ausgesprochen dünn aus. Die meisten Fragen der Grünen-Abgeordneten werden lapidar mit dem Hinweis beantwortet, dass "der Meinungsbildungsprozess" bezüglich des Versandhandelsverbots "noch nicht abgeschlossen ist".

Was angesichts der Vorarbeiten erstaunt. Hatte das Bundesgesundheitsministerium doch unter Spahn-Vorgänger Hermann Gröhe bereits im Dezember 2016 einen Referentenentwurf dazu vorgelegt.

Jetzt gibt die Regierung lediglich an, im Zuge dieses ersten gesetzgeberischen Anlaufs auch Alternativen zum Rx-Versandverbot geprüft zu haben. Welche das waren und warum sie schließlich verworfen wurden, wird jedoch nicht erläutert.

Entsprechend scharfzüngig fällt die Reaktion der Grünen aus. Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche: "Das Vorgehen des unionsgeführten Gesundheitsministeriums grenzt an Wahlbetrug". Das ganze Jahr 2017 über habe die Union den Apothekern "den Mund mit dem rechtlich und politisch fragwürdigen Versandverbot wässrig gemacht".

Doch eine Begründung für das Verbot könne "nicht mal ansatzweise vorgelegt werden". Die Grünen sind erklärte Gegner dieses Vorhabens. Um regionale Apothekenpräsenz zu fördern, plädieren sie unter anderem für einen Sicherstellungszuschlag oder eine stärkere Ausrichtung des Apotheker-Honorars an pharmazeutischen Dienstleistungen.

Unterdessen gießt der Versandapotheken-Verband BVDVA Öl ins Feuer der Befürworter eines Versandhandelsverbots. Von dem derzeit geltenden gesetzlichen Packungsfixum 8,35 Euro könnten 2,35 Euro für Rezept-Boni eingesetzt werden.

Zur Begründung seines Vorschlags führt der Verband den Honorarüberhang an, den ein aktuelles Gutachten zum Apotheker-Einkommen aus Kassenversorgung konstatiert. Das Gutachten war vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben worden. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oktober-Sitzung des CHMP

Neuer oraler GLP1-Agonist in den Startlöchern

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Lesetipps
Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann