Direkt zum Inhaltsbereich

Niedersachsen

Resolution gegen Mehrfachrezept

Veröffentlicht:

Hannover. Die Delegierten der Vertreterversammlung der KV Niedersachsen (KVN) haben sich am vergangenen Wochenende in einer Resolution gegen das im Omnibusverfahren an das Masernschutzgesetz angehängte Vorhaben gewandt, Rezepte zur wiederholten Abgabe von Arzneimitteln einzuführen.

„Rezepte zur wiederholten Abgabe können dazu führen, dass Versicherte die Risiken falsch einschätzten, ihren Arzt nicht erneut aufsuchen und damit nicht mehr adäquate, gegebenenfalls sogar die Sicherheit gefährdende Arzneimitteltherapien fortführten“, heißt es. „Gerade die Versorgung von Versicherten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen muss regelmäßig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden.“

Durch die wiederholte Abgabe dürfe zudem für den Arzt kein Regressrisiko entstehen, so die Vertreter. Es bestehe immer dann, wenn die abgebenden Apotheker nicht, wie eigentlich vorgesehen, vor der erneuten Abgabe eines Medikaments mit der Praxis des Patienten Kontakt aufnehmen, so Detlef Haffke, Sprecher der KVN.

Die VV kritisierte auch die gleichfalls vom Bundestag vorige Woche beschlossene Möglichkeit, dass Apotheker in Zukunft versuchsweise auch impfen dürfen. „Um Patienten nicht zu gefährden, sind eine Impfberatung und eine medizinisch ärztliche Anamnese vor der Impfung unbedingt notwendig, gegebenenfalls auch eine körperliche Untersuchung und eine ausführliche Kenntnis der Vorgeschichte des Patienten“, so die Delegierten.

Zudem fordert die VV eine „staatlich kontrollierte Arzneimittelreserve einzuführen oder die Pharmafirmen zu ausreichenden Reserven und Herstellungsmengen und zu ausreichenden Lagerungsmengen zu verpflichten“, um Lieferengpässe zu vermeiden. Bis zu einer entsprechenden bundesweiten Regelung sieht die VV die niedersächsische Landesregierung in der Pflicht. (cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

GKV-Spargesetz

Wann die Teil-AU greift

Heilmittel-Report 2026

Blankoverordnung bei Heilmitteln: Warum Entlastung Leitplanken braucht

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik

Impfheft mit COVID-19-Impfung

© RRF - stock.adobe.com

Robert Koch-Institut

STIKO lockert Impfempfehlungen gegen COVID-19

Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung