Pharmaforschung

Sanofi will Coronavirus-Impfstoff allen bereitstellen

Einer nach dem anderen: Auch der Arzneimittel- und Impfstoffhersteller Sanofi arbeitet an einer Sars-CoV-2-Vakzine. Im Erfolgsfall soll es keine privilegierte Marktbelieferung geben.

Veröffentlicht: 14.05.2020, 12:41 Uhr

Paris. Der französische Pharmagigant Sanofi hat versichert, einen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 allen anzubieten. Es sei klar, dass der Impfstoff für alle zugänglich sein werde, betonte der Frankreich-Chef des Konzerns, Olivier Bogillot, am Donnerstag im Fernsehsender BFMTV. Dass die USA nach einer Entwicklung eines Impfstoffes Vorrang bei der Lieferung bekommen könnten, bestätigte er nicht.

Zuvor hatten Aussagen des Sanofi-Generaldirektors Paul Hudson für Aufsehen gesorgt. In einem Interview habe Hudson deutlich gemacht, dass die USA bei dem Impfstoff Vorrang hätten, berichtete die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. Die USA hätten als erste die Forschung unterstützt. Die US-Regierung habe „das Recht für die größte Vorausbestellung“, zitierte die Agentur den Sanofi-Chef.

Zusammenarbeit mit US-Regierung begonnen

Es stimme, dass der Pharmakonzern eine Zusammenarbeit mit der US-Regierung begonnen habe, sagte Bogillot. Die EU müsse ebenso „wirksam“ dabei helfen, den Impfstoff verfügbar zu machen, betonte er.

Die Aussagen Hudsons sorgten in Frankreich für Kritik an dem Pharmariesen. Es wäre inakzeptabel, wenn ein Land einen privilegierten Zugang zu einem Impfstoff erhalten würde, so die Staatssekretärin im französischen Wirtschafts- und Finanzministerium, Agnès Pannier-Runacher, im Radiosender Sud Radio.

Die beiden Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline hatten bereits im April mitgeteilt, sie wollten gemeinsam an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 arbeiten. Sollten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein. (dpa)

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler

Wenn der britische Sanofi-Vorstandsvorsitzende und Generalbevollmächtigte Paul Hudson mit den Vereinigten Staaten von Amerika und damit mit Donald Trump einen Vorvertrag abgeschlossen hat, durch den die ersten Impfstoff-Chargen exklusiv an die USA gehen sollen, kann man von "Ganofi-Aventis" statt von Sanofi-Aventis sprechen:

„Die Regierung der Vereinigten Staaten hat das Recht auf die größte Vorbestellung, denn sie hat investiert, um die Risiken zu teilen“, sagte er.

Jetzt musste der Frankreich-Chef des Konzerns, Olivier Bogillot, am Donnerstag im Fernsehsender BFMTV zurückrudern. Dass die USA nach einer Entwicklung eines Impfstoffes Vorrang bei der Lieferung bekommen könnten, bestätigte er nicht.

Die französischen und deutschen Regierungsmitglieder waren außer sich vor Verärgerung.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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