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Sauerstofftherapie erst ab Wagner 3

Das IQWiG attestiert der Hyperbaren Sauerstofftherapie einen Nutzen bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Die Deutsche Diabetesgesellschaft hält dagegen.

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BERLIN. Nachdem Anfang Juni das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein positives Votum für die Hyperbare Sauerstofftherapie beim diabetischen Fuß abgegeben hat, treibt der GBA jetzt seine Richtlinienentscheidung in gleicher Sache voran. Ende Juli erging an Hersteller, die Medizinprodukte zur Hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) vermarkten, die Aufforderung, sich beim GBA für das bevorstehende Stellungnahmeverfahren anzumelden. Die Meldefrist endet am 9. September.

Unterdessen meldet die Deutsche Diabetes Gesellschaft Zweifel an der Nutzenbewertung des IQWiG an. Das Kölner Institut hatte der HBO einen "Anhaltspunkt für einen Nutzen beim Wundverschluss" bescheinigt, wenn die Sauerstofftherapie zusätzlich zu einer konventionellen Behandlung des diabetischen Fußsyndroms erfolgt.

Wie die Diabetesgesellschaft Mitte August in einer Pressemitteilung verlauten ließ, teilt sie diese Einschätzung nicht. "Die Feststellungen des IQWiG sind in sich widersprüchlich und inkonsistent sowie nicht durch die Datenbasis gedeckt", moniert etwa DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz.

In die gleiche Kerbe haut Professor Ralf Lobmann, Vorsitzender der DdG-Arbeitsgemeinschaft "Diabetischer Fuß": "Die für die Bewertung herangezogenen Studien sind in puncto Patientenpopulation, Behandlungsdauer, Komorbiditäten und anderer Faktoren sehr heterogen, so dass anhand von reinen statistischen Analysen und Aufbereitung der veröffentlichten Studiendaten in Metaanalysen kein Zusatznutzen abgeleitet werden kann."

Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft lasse sich nach derzeitiger Datenlage der Einsatz der Hyperbaren Sauerstofftherapie nur für fortgeschrittene Stadien der Krankheit begründen – "ausschließlich in Fällen ab Stadium Wagner 3 im Rahmen eines individuellen Heilversuchs in Betracht, wenn alle etablierten Therapieoptionen erfolglos waren". In solchen Fällen liegen bereits tiefe, bis zum Knochen gehende Wunden vor. Ansonsten erlaube die Datenlage den Einsatz der HBO "nur innerhalb kontrollierter Studien", so die DGG weiter. (cw)

250.000

Bundesbürger entwickeln nach Angaben der Deutschen Diabetesgesellschaft jedes Jahr ein diabetisches Fußsyndrom. – Und 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland werden bei Diabetikern vorgenommen.

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