Digitalpolitik

Schärferer Datenschutz für Vitaldaten

Die Regierung will prüfen, wie die informationelle Selbstbestimmung für Nutzer von Gesundheits-Apps und Wearables gestärkt werden kann.

Veröffentlicht:

BERLIN. Wearables und Gesundheits-Apps erheben eine Vielzahl von aussagekräftigen, besonders sensiblen Daten über die Gesundheit der Menschen, ohne dass dies für Betroffene noch überschaubar ist. Bei der Anpassung des deutschen Datenschutzrechts an die EU-Datenschutzgrundverordnung will die Regierung den Spielraum nutzen, den sie dem nationalen Gesetzgeber lässt, um genetische und biometrische Daten sowie Gesundheitsdaten besser zu schützen und auch an die Einwilligung in die Verarbeitung dieser Daten strengere Anforderungen zu stellen.

"Wir werden daher prüfen, wie die informationelle Selbstbestimmung hier gestärkt werden kann. Gleiches gilt für die Verarbeitung solcher Daten im Rahmen von hoch individualisierten Versicherungstarifen", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten, gemeinsamen Positionspapier zur Digitalpolitik der Bundesministerien für Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Justiz und Verbraucherschutz.

"Das Prinzip der Risikogemeinschaft, das unser Versicherungswesen prägt, darf nicht ausgehöhlt werden, indem sich nur noch derjenige günstig versichern kann, der gesund ist und bereit ist, seine Privatsphäre aufzugeben", heißt es in dem Papier. In der Gesetzlichen Krankenversicherung sei die Verwendung dieser Daten weitgehend ausgeschlossen, "dies muss aber auch für private Versicherungsunternehmen gelten", fordern die Ministerien. (maw)

Mehr zum Thema

Erleichterungen beschlossen

Bundesrat macht Weg für Corona-Geimpfte und -Genesene frei

„EvidenzUpdate“-Podcast

„Digitalisierung – nichts für Nerds, sondern ärztlicher Auftrag“

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
In den USA jetzt ab dem zwölften Lebensjahr möglich: Impfung mit Comirnaty (Symbolbild)

Pädiater gegen Reihenimpfungen

Debatte um Corona-Impfungen von Kindern entbrannt

Pflegebedarf am Krankenbett: Krankenhäuser und Kostenträger sollen ein wissenschaftliches Personalbemessungsinstrument auf den Weg bringen.

Bedarfsermittlung

Koalition geht Personalplanung im Krankenhaus an