"Schmähkritik ist bei unserem Portal ausgeschlossen"

Zwei Stunden lang konnten Leser der "Ärzte Zeitung" ihre Fragen zur Online-Arztsuche von AOK und Weisse Liste stellen. Ein Fazit der Aktion: Die Diskussion über das Portal hat sich offenbar auf die sachliche Ebene verlagert.

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Jürgen Graalmann von der AOK und Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler stellten sich am Telefon den Fragen der Leser der "Ärzte Zeitung".

Jürgen Graalmann von der AOK und Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler stellten sich am Telefon den Fragen der Leser der "Ärzte Zeitung".

© ill

NEU-ISENBURG (mn). Vor fast einem Jahr schlug die Ankündigung der AOK, ein Portal im Internet zu schalten, in dem Patienten ihre Ärzte bewerten können, noch hohe Wellen. Ärzte befürchteten im Netz schlechte Noten von ihren Patienten zu bekommen. Deshalb waren die Experten Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes und Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Projektleiter der Weissen Liste, bei der Telefonaktion der "Ärzte Zeitung" gespannt, welche Fragen die Leser zum Arztnavigator stellen würden.

Doch die Diskussion über das Berwertungsportal von AOK und dem Projekt Weisse Liste der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen hat sich offenbar versachlicht. Neben wenigen kritischen Fragen ging es für die Anrufer eher darum, wie sie das Portal für sich nutzen können.

Ärzte wollten zum Beispiel wissen, wie sie ihre Patienten auf das Portal aufmerksam machen können oder ob ein solches Portal in ländlichen Regionen etwas bringt. Die Anrufer - die zur Hälfte aus den Regionen stammten, in denen die Pilotphase bereits angelaufen ist, zur anderen Hälfte aus dem übrigen Bundesgebiet - wollten auch wissen, warum es überhaupt ein weiteres Portal auf dem Markt gibt und was die Unterschiede zu bereits bestehenden Portalen sind.

Graalmann und Schmidt-Kaehler betonten, dass ein großer Unterschied zu anderen Portalen, der komplette Verzicht auf Freitextfelder sei. "So sind Schmähkritik und unsachgemäße Kommentare ausgeschlossen", sagte Graalmann den Anrufern. Außerdem sei beim AOK-Arztnavigator, bei dem die "Ärzte Zeitung" auch Medienpartner ist, keine Mehrfachbewertung möglich, da sich die Versicherten mit ihrer Krankenversichertennummer anmelden müssen und nicht nur mit einer E-Mail-Adresse. Viele Anrufer interessierte auch, wann die Ergebnisse im Internet angezeigt werden und wie sie auf eine Bewertung reagieren können. Graalmann erklärte, dass die Ergebnisse für einen Arzt angezeigt werden, sobald zehn Bewertungen vorliegen. Ärzte können dann Kommentare schreiben oder Bewertungen sperren lassen.

Die "Ärzte Zeitung" berichtet über den Arztnavigator als Medienpartner der AOK und des Projektes Weisse Liste.

Lesen Sie dazu auch: "Ärzte können von dem Portal profitieren" "Mehrfachbewertungen sind ausgeschlossen" "Ärzte können im Portal Kommentare abgeben" "Eine Arztsuche mit neuer Qualität"

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