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Berufshaftpflicht

Situation bei Hebammen spitzt sich zu

Die Zahl der Assekuranzen, die Hebammen berufshaftplichtlich absichern, schrumpft immer weiter. Ab Juli nächsten Jahres könnten nur noch zwei Anbieter im Markt aktiv sein.

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Auf dem Weg zu Mutter und Kind - und was macht die Haftpflicht?

Auf dem Weg zu Mutter und Kind - und was macht die Haftpflicht?

© Oliver Berg / dpa

KÖLN. Der Versicherungsnotstand für die Hebammen verschärft sich weiter. Die Nürnberger Versicherung tritt zum 1. Juli 2015 aus den Versicherungskonsortien aus, die Mitglieder des Deutschen Hebammenverbandes und des Bundes freiberuflicher Hebammen versichern.

Wenn kein neuer Versicherer hinzukommt, decken dann gerade noch zwei Anbieter dieses Segment ab: die Versicherungskammer Bayern und die R+V-Versicherung. Seit Jahren warnen die Hebammen vor einer Bedrohung ihres Berufsstands durch die steigenden Prämien für die Berufshaftpflicht. Während frei beruflich Tätige im Jahr 2004 im Schnitt 1352 Euro im Jahr für die Haftpflicht ausgaben, sollen es ab Juli 2014 stolze 5091 Euro sein.

Der Grund für die Steigerungen ist gleichzeitig der Grund, aus dem sich viele Anbieter aus dem Bereich zurückgezogen haben: Die Schäden nehmen zwar nicht zu, werden aber immer teurer, der Bereich ist defizitär. Deshalb fordern die Hebammen eine politische Lösung für das Problem, etwa eine Deckungsobergrenze für Versicherer.

Schäden, die darüber hinausgehen, soll der Staat tragen. "Die Schäden werden für die Versicherer immer schwerer zu kalkulieren", sagt Bernd Hendges vom Versicherungsmakler Securon, der sich um den Versicherungsschutz der Hebammen im Deutschen Hebammenverband (DHV) kümmert. Die Kosten allein aus der Heilbehandlung steigen jedes Jahr um neun Prozent.

Hinzu kommen Schadenersatzzahlungen und weitere Ansprüche der Geschädigten. "Ein großes Problem sind die Regressforderungen der Krankenkassen", betont er. Ein Verzicht der Kassen auf Regresse würde die Lage entspannen, so Hendges. Zurzeit liegt die Höchstdeckung der Versicherer bei sechs Millionen Euro.

Wenn der Staat etwa ab einer Summe von einer Million Euro einspringen würde, könnten die Prämien sinken, die Hebammen-Haftpflicht könnte für mehr Anbieter wieder attraktiver werden.Zwar hat der GKV-Spitzenverband Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass er die Prämienerhöhungen aus der Haftplicht ausgleichen will.

Da es dabei um eine pauschale Lösung geht, profitieren davon nach Angaben des Deutschen Hebammenverbands aber nicht alle Hebammen gleich. (iss)

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