WHO-Jahrestagung

Staaten sollen den Digital Health-Turbo anschmeißen!

Die 71. Weltgesundheitsversammlung appelliert an die WHO-Mitgliedstaaten, bei Digital Health aufs Tempo zu drücken, um das Potenzial von Telemedizin & Co effektiv heben zu können.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Vernetzung im Dienste der globalen Gesundheit – eine Leitidee von Digital Health.

Vernetzung im Dienste der globalen Gesundheit – eine Leitidee von Digital Health.

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

GENF. Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen in puncto digitaler Gesundheitstechnologien auf Basis offener internationaler Standards für mehr Interoperabilität beim Einsatz der verschiedenen Lösungen sorgen.

Einen entsprechenden Appell an die Länder richtet Deutschland gemeinsam mit Äthiopien, Australien, Brasilien, Estland, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Luxemburg, Marokko, Mauritius, Panama, den Philippinen sowie Südafrika in ihrer gemeinsamen Resolution, die von der derzeit in Genf tagenden 71. Weltgesundheitsversammlung – dem höchsten Entscheidungsgremium der WHO – verabschiedet wurde.

Die Initiatoren mahnen die WHO-Mitglieder, eine Bewertung ihrer bisherigen Digital Health-Aktivitäten inklusive ihrer Gesundheitsinformationssysteme auf nationaler und nachgeordneter Ebene vorzunehmen. Dabei sollen defizitäre Bereiche identifiziert und entsprechende Optimierungsmaßnahmen evaluiert, priorisiert und initiiert werden.

mHealth als integrale E-Health-Säule

In der Resolution verweisen die Initiatoren auf die aktuelle Version des WHO-mHealth-Report, demzufolge mobile, drahtlose Technologien – mobile Health/mHealth – für die Öffentliche Gesundheit als integraler Bestandteil des E-Health-Ansatzes zu verstehen seien.

Im Kern geht es um die Kosteneffizienz dieser sicheren Systeme, für die auch die Nutzung von Big Data, Genomics sowie Künstlicher Intelligenz dringend angeraten wird – Letztere werden von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Forschungsseite unter dem Stichwort Präzisionsmedizin als einer der wichtigsten medizinischen Gesundheitstrends weltweit gesehen.

Appell an den WHO-Generaldirektor

An den amtierenden WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus appelliert die Resolution, im Rahmen der Budgetmöglichkeiten und unter Einbeziehung der Mitgliedstaaten und relevanter Stakeholder, eine globale Digital-Health-Straegie aufzusetzen, um die prioritäten Handlungsbereiche zu identifizieren sowie den dahingehenden WHO-Fokus zu definieren.

Weiterhin soll er dafür sorgen, dass die WHO ihren Mitgliedstaaten auf deren Verlangen technische Hilfe und die normative Führung gewährleisten kann – die Organisation soll somit Mitglieder auf deren Wunsch in puncto Digital Health begleiten, zum Teil auch führen.

Mit Blick auf die beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel Ende September 2015 verabschiedeten, in der "2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung" enthaltenen Sustainable Development Goals (SDG), die unter anderem die Gesundheitsversorgung optimieren soll, soll Tedros laut Resolution die diesbezüglichen Entwicklungen und Trends im Bereich Digital Health überwachen.

Abschließend wird der WHO-Generaldirektor aufgefordert, der 73. Weltgesundheitsversammlung 2020 in Genf einen Bericht zum Stand der Implementierung der Resolution vorzulegen – eine Art Fortschrittskontrolle.

Lesen Sie dazu auch: WHO-Feldversuch: Ebola-Impfstoff wird im Kongo eingesetzt

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