Stichtag 1. Juli - kommt die Software rechtzeitig?

NEU-ISENBURG (ger). Zum Stichtag 1. Juli müssen Vertragsärzte neu zertifizierte Software einsetzen. Bei den Herstellern wächst die Unruhe, ob der Termin einzuhalten ist.

Veröffentlicht:

Zurzeit stehen die Softwarehersteller bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Schlange. Bis zum 1. Juli müssen Vertragsärzte zum einen neu zertifizierte Software zur Umsetzung der Disease-Management-Programme einsetzen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die DMP-Dokumentationen elektronisch eingereicht werden können.

Zum anderen müssen die Arzneimitteldatenbanken und die Verordnungsmodule in den Praxisprogrammen einen neuen Stempel der KBV bekommen. Das Arzneimittelspargesetz (AVWG) sieht vor, dass Ärzte nur "manipulationsfreie Software" bei der Verordnung von Medikamenten einsetzen. Wer mit einer nicht neu zertifizierten Software arbeitet, kann von seiner Kassenärztlichen Vereinigung sanktioniert werden.

Die KBV sieht sich bei der Zertifizierung nach wie vor im Plan. "Das Zertifizierungsverfahren ist gut angelaufen. Den Zeitplan bis 1. Juli werden wir einhalten", heißt es bei der KBV auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Zum 1. Juli solle eine Liste der zertifizierten Programme im Internet auf der Website der KBV veröffentlicht werden.

Ob das alles noch rechtzeitig für den Update-Zyklus für den Quartalswechsel kommt, bezweifeln mittlerweile viele Softwarehäuser. Bis Anfang der Woche habe erst ein Softwarehaus die Zertifizierung bekommen, heißt es aus informierten Kreisen. Änderungen, die aufgrund der Sichtprüfung vorgenommen werden müssen, müssen noch programmiert, dann auf CD-ROM gepresst und schließlich an die Anwender verschickt werden.

Die KBV habe "viel zu spät" mit der Zertifizierung begonnen, ärgert sich zum Beispiel Jan Meincke vom Hersteller Medisoftware aus Kiel. Häuser mit mehr als 1000 Anwendern kämen schon jetzt in Schwierigkeiten, die Termine einzuhalten, wenn sie Programmteile ändern müssten.

Änderungen dürften bei fast allen Herstellern erforderlich sein. Auch der Hersteller Duria, der kein Pharma-Sponsoring betreibt, ist nicht ohne Beanstandung durch den Prozess gekommen, sagte Dr. Erich Gehlen von Duria zur "Ärzte Zeitung": "Das, was da geprüft wird, geht weit am Gesetz vorbei."

Die KBV definiere Pflichtfunktionen, aber selbst AMIS, die Arzneimitteldatenbank des Zentralinstituts, einer Tochter der KBV, erfülle nicht alle Anforderungen. Man habe die Zertifizierung jetzt bekommen, aber die nötigen Änderungen kämen voraussichtlich erst Ende Juli zu den Anwendern, so Gehlen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Praxis-PC, Konnektor und andere Elektrogeräte

Elektroschrott: Wie Praxen Altgeräte sicher entsorgen

Langjähriger Verbandschef meldet sich zurück

Werner Baumgärtner will bei Neuwahl des MEDI-Vorstands mitreden

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin