Ungewisse Zukunft für Notfallpraxen

KÖLN (iss). Die nordrheinischen Notfallpraxen schlagen Alarm. Durch die Honorarreform sind sie mit Honorareinbußen von rund 20 Prozent konfrontiert. Die Existenz der Praxen und damit die wohnortnahe Notfallversorgung wird gefährdet, warnen sie.

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"Die Ärzte sehen nicht ein, dass sie für die bessere Versorgung der Patienten sogar noch Geld zuschießen müssen", sagt Dr. Norbert Sijben, Sprecher des Praxisnetzes Dormagen. Bei einer Versammlung der Dormagener Ärzte habe daher die Schließung der Notfallpraxis am Krankenhaus zur Debatte gestanden. Die Ärzte haben aber beschlossen, die Praxis zur Sicherstellung der Versorgung in den nächsten sechs Monaten zunächst weiterzubetreiben, berichtet er. Es soll geprüft werden, ob sie für die Praxis eine neue wirtschaftliche Organisationsform finden.

Eine Möglichkeit wäre etwa, die Praxis von der Notdienstzentrale der KV Nordrhein unabhängig zu machen. "Wir überlegen auch, vom Krankenhaus wegzugehen und Räume in einer Praxis anzumieten", so Sijben. Das würde die Mietkosten senken, wäre allerdings bedauerlich, weil sich die Praxis am Krankenhaus zu einem Erfolgsmodell entwickelt habe. "Die Bevölkerung hat die Praxis als feste Anlaufstelle sehr gut angenommen."

Auch in Viersen überlegen die Ärzte, wie sie auf die verringerten Honorare für die Notdienstversorgung reagieren. "Die Ärzte bezahlen aus ihren Honoraren auch die Mitarbeiter und begleichen weitere Kosten", sagt Dr. Johann-Heinrich Arens vom Vorstand der Gesundheitsnetz Viersen AG. Mögliche Konsequenzen der neuen Vergütungssituation könnten eine kürzere Präsenz der Mediziner oder eine Reduktion der Anzahl diensthabender Ärzte sein.

Angesichts der Probleme werde sich die AG der Notfallpraxen bald treffen, so Arens. Das Gesundheitsnetz sucht das Gespräch mit der Politik.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Zentraler Notdienst macht Sinn

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