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Fachkräftemangel: Uniklinik Frankfurt sorgt sich um Personal der Zukunft

Personalmangel gibt es in vielen Branchen. Auch Hessens größte Uniklinik in Frankfurt stellt er vor Herausforderungen. Für Lösungen müsse Deutschland auch im Ausland attraktiv bleiben.

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Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main

Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main braucht dringend Fachkräfte und sucht dazu auch im Ausland.

© Boris Roessler/dpa

Frankfurt/Main. Die Frankfurter Uniklinik stellt sich auf Personalengpässe in den kommenden Jahren ein. „Wir sind in permanentem Wettstreit um Mitarbeiter, mittlerweile mehr als um Patienten“, sagte Jürgen Graf, ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum. Bei Patienten gebe es zum Teil Wartelisten, „das haben wir bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht.“

Um weiterhin die Versorgungssicherheit und den Patientenschutz garantieren zu können, bräuchte die Uniklinik erhebliche Ressourcen: „Natürlich Geld. Noch knapper sind aber Mitarbeiter und deren spezifische Qualifikationen in den letzten Jahren geworden“, betonte Graf. Hauptfrage werde sein, wie die Versorgungslage nach 2030 gewährleistet werden könne, wenn ein Großteil der Babyboomer-Generation bereits in Rente gegangen sei, der Versorgungsbedarf durch die alternde Gesellschaft aber zunehme.

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Dabei spiele auch die aktive Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland eine Rolle. Dazu arbeite die Uniklinik mit Firmen und Agenturen zusammen – die Zahl der potenziellen neuen Mitarbeiter liege im dreistelligen Bereich, erklärte Pflegedirektorin Birgit Roelfsema. „Wir rekrutieren sehr breit, über Programme im Iran und in den Philippinen. Zudem arbeiten wir an einer Kooperation mit brasilianischen Pflegekräften“, sagte Roelfsema. Initiativbewerbungen erreichten die Klinik täglich von Menschen aus „aller Herren Länder“ – darunter insbesondere aus der Türkei, Indien und dem Iran.

Oft behördliche Hürden

„Wir könnten sofort 50 neue Pflegekräfte einstellen“, sagte Roelfsema. Das Problem: Einstellungsprozesse dieser Menschen sind oft mit behördlichen Hürden verbunden. Leistungsanerkennung und Arbeitserlaubnis sind nur zwei wichtige Punkte, die erfüllt werden müssen und viel Zeit beanspruchen. Graf möchte dem entgegenwirken: „Wir sind zu vielem bereit: Wir sind auch bereit, Menschen einzustellen, die noch fehlende Qualifikationen haben, um diese hier vor Ort gezielt durch theoretische und praktische Lehrangebote an unserem neu gegründeten Gesundheitscampus Universitätsmedizin Frankfurt Rhein-Main zu vervollständigen.“

Derzeit arbeiteten Menschen aus 123 Nationen am Klinikum. Rund 7.500 Beschäftigte hat Hessens größte Uniklinik insgesamt. Dazu kämen 3.000 Studentinnen und Studenten und 700 Auszubildende, zwei Drittel von ihnen in medizinischen beziehungsweise Pflege-Berufen.

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„Rund zehn Prozent Nachwuchs pro Jahr – mit dieser bisher üblichen Quote kämen wir vielleicht bis 2030. Danach wird es eng“, sagte Graf. Die Ausbildungszahlen sollen sich daher bis 2030 verdoppeln. Statt 500 Auszubildende in Gesundheitsfachberufen soll die Zahl dann auf 1000 steigen.

Als Land und Arbeitgeber attraktiv sein

Doch das allein reiche nicht: „Wesentlich ist auch, dass wir als Land und Arbeitgeber attraktiv sind. Wir müssen offensiv bereit sein, Menschen aus anderen Ländern und Kulturen aufzunehmen und in unseren Arbeitsalltag und in unsere Gesellschaft zu integrieren“, forderte Graf.

Deutlich besser positioniert auf dem internationalen Arbeitsmarkt sei zum Beispiel Irland – dort liefen Prozesse und die berufliche Integration deutlich schneller. In anderen Ländern spreche sich auch schnell herum, wo man schnell Arbeit bekomme und wo es mit den Anerkennungsverfahren besser funktioniere, mit weniger bürokratischen Hürden, sagte Roelfsema. „Wir sind noch nicht dabei, zu sagen, es läuft gut und schnell. Da müssen wir in Deutschland schneller werden.“ (dpa)

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